Pilea glauca pflegen – Die Pflege der silberblauen Kanonierblume


Die silberblaue Kanonierblume ist eine noch eher unbekannte Sukkulente. Am besten verdeutlicht das ihr botanischer Name: sie hat noch keinen offiziellen!

Mit ihren fast aquamarinfarbenen Blättern und roten Trieben sticht sie in der Wohnung schnell ins Auge. Wie du deine Wohnung durch die richtige Pflege zu dem Lieblingsort der Pilea machst, erfährst du in diesem Pflege-Guide.


Pilea glauca im Portrait
(Bild: © Struzhkova Ilona – stock.adobe.com)


Herkunft der Pilea glauca

Die silberblaue Pilea stammt aus tropischen Gebieten. Vermutlich Australien, genau weiß man das jedoch nicht.

Ähnlich mysteriös ist ihr botanischer Name. Bei uns ist sie häufig als Pilea glauca zu bekommen. Neben diesem Namen wird sie aber auch als Pilea glaucophylla und Pilea libanensis vertrieben. Einen offiziellen Namen gibt es noch nicht.

Genau wie verwandte Pilea-Arten (z.B. die Ufopflanze) gehört sie zu der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae).


Aussehen und Erkennungsmerkmale der Pilea glaucophylla

Häufig fällt Pilea glauca aufgrund ihrer untypischen Blattfarbe ins Auge. Ihre kleinen eher dunklen Blätter sind mit einem silbrigen Puder bedeckt. Heraus kommt eine Farbe welche Aquamarin sehr ähnelt.

Im Englischen ist sie daher auch als Pilea ‘Aquamarine’ bekannt.

Obwohl die Blätter nicht danach aussehen, dienen sie als Wasser- und Nährstoffspeicher.

Zu den Blättern paaren sich dünne rötliche Triebe. Diese können bis zu 90 cm lang werden. In der Natur wachsen sie als Bodendecker. Bei uns besteht auch die Möglichkeit, die Pilea als Hängepflanze zu halten.

Nach etwa drei Jahren ist Pilea libanensis ausgewachsen. Doch bereits etwas früher beginnen die Triebe zu verkahlen. Das ist ein Prozess, welcher verlangsamt, aber nicht aufgehalten werden kann. Daher wird meistens zu diesem Zeitpunkt die Pilea durch Stecklinge vermehrt.

Die Jungpflanzen ersetzen dann die Mutterpflanze.


Die Blüte 

Ab etwa einem Jahr beginnt die Sukkulente Blüten auszubilden. In der Wohnung geschieht dies jedoch eher selten.

Die Blüten selbst sind recht schlicht. Auf dünnen Trieben schieben sie sich über die Blätter der Pilea glauca. Am Ende des Triebs bildet sich ein Ball aus mehreren Blüten.

Die Blüten selbst sind rötlich, fast schon pink.

Sie haben eine Besonderheit. Nach dem Gießen oder bei Berührung öffnen sie sich schlagartig. Dabei schießen sie ihren Pollen in die Luft. Daher stammt auch der Name Kanonierblume.

Ein Bild der Blüten findest du hier.


Toxizität

Die silberblaue Pilea gilt als ungiftig. Dies gilt sowohl für Menschen als auch Tiere. Daher ist sie auch für Haushalte mit Kindern und Haustieren geeignet.


Der optimale Standort für die Pilea ‘Aquamarine’

Wie ihre Verwandten bevorzugt auch die silberblaue Kanonierblume einen absonnigen bis halbschattigen Platz. Direktes Sonnenlicht verträgt sie über kurze Zeiträume.

Mit einer normalen Zimmertemperatur (17 °C bis 22 °C) kommt sie gut zurecht. Am schnellsten und besten wächst sie jedoch bei Temperaturen um die 27 °C.

Als Tropenpflanze bevorzugt sie eine erhöhte Luftfeuchtigkeit von um die 60 %.


Die Pilea libanensis überwintern

Auch bei der Überwinterung ist die silberblaue Kanonierblume recht pflegeleicht. Durch ihren in dieser Zeit verlangsamten Stoffwechsel benötigt sie deutlich weniger Wasser. Daher sollte sie nur noch gegossen werden, wenn das Substrat oberflächlich getrocknet ist.

Neben weniger Wasser benötigt sie während der Überwinterung auch weniger Nährstoffe. Das Düngen wird deshalb in dieser Zeit pausiert.

Um eine optimale Überwinterung zu gewährleisten, sollten die Temperaturen bei etwa 15 °C liegen. Der Standort selbst muss nicht zwingend gewechselt werden.


Pilea glauca gießen

Wie ihre Verwandten bevorzugt auch die silberblaue Pilea weiches Wasser. Dies entspricht einer deutschen Härte von 0 bis 7. Sie gibt an, wie viel Calcium- und Magnesiumverbindungen im Wasser sind.

Wird die Pilea gegossen, sollte sie durchdringend gegossen werden. So bilden sich auch Wurzeln, welche sich gleichmäßig im Topf verteilen. Vor der nächsten Wassergabe sollte die Oberfläche angetrocknet sein.

Anders als viele Sukkulenten verträgt die Pilea glaucophylla nicht so viel Trockenheit. Aber auch Staunässe macht ihr schnell zu schaffen. Daher sollte der Wurzelballen gleichmäßig feucht gehalten werden.


Düngen

Gerade in der Wachstumszeit von März bis Oktober bietet es sich an das Wachstum durch Dünger zu verbessern. Wenn du einen Flüssigdünger für Sukkulenten* verwendest, kannst du diesen alle zwei bis vier Wochen dem Gießwasser beimischen.

Alternativ kannst du auch Grünpflanzendünger* in verringerter Menge oder auch Langzeitdünger in Form von Düngerstäbchen* verwenden.

Da viele Erden bereits vorgedüngt sind, rate ich dir im ersten Jahr nach dem Umtopfen von Düngezugaben ab.


Das perfekte Substrat

Pilea ‘Aquamarine‘ ist recht anspruchslos bei der Wahl des Substrats. Wichtig ist nur eine gute Drainage zu haben. Auch sollte das Substrat locker und nicht lehmig sein.

So gelangt Sauerstoff an die Wurzeln.

Der optimale pH-Wert liegt zwischen 5,5 und 6,5. Insgesamt eignet sich Sukkulentenerde sehr gut. Ich selbst verwende diese Sukkulentenerde* für meine Pilea.


Umtopfen

Bis zu ihrem dritten Lebensjahr bietet es sich an, die Pilea glauca jährlich umzutopfen. In den Jahren danach reicht es aus sie alle zwei bis drei Jahre umzutopfen.

Der beste Zeitpunkt für das Umtopfen ist das Frühjahr. In dieser Zeit setzt das neue Wachstum ein. So heilen mögliche Verletzungen schneller.

Das Umtopfen ist auch immer ein guter Zeitpunkt, das Substrat zu erneuern. So stellst du sicher, dass die Pilea ausreichend Nährstoffe für die kommende Wachstumsphase hat.


Die silberblaue Pilea schneiden

Wenn du dir einen buschigen Wuchs wünscht kannst du regelmäßig die Triebspitzen entfernen. Dies bewirkt Wachstum weiter unten an der Pflanze. Entfernst du die Triebspitzen nicht wächst ein kleines Pilea-Bäumchen heran. Dieser neigt dazu mit der Zeit zu verkahlen.

Ein anderer Formschnitt ist nicht notwendig. Wie bei anderen Pflanzen auch solltest du stets kranke und tote Blätter entfernen.

Verwende für den Schnitt sauberes und scharfes Werkzeug. So kannst du Quetschungen und Infektionen verringern.


Pilea glauca vermehren

Wenn du deine Pilea libanensis vermehren möchtest hast du drei Möglichkeiten: Ableger, Stecklinge und Blattstecklinge. Insgesamt lassen sich Pilea-Pflanzen sehr gut vermehren.

Vermehrung durch Ableger

Die Vermehrung durch Ableger ist die einfachste der drei Vermehrungsmethoden. Ableger bilden sich von ganz allein während des Wachstums der Pilea glaucophylla. Man unterscheidet hier zwischen Ablegern welche sich in den Wurzeln bilden und solchen welche dem Stamm entspringen.

Sobald ein Ableger eine Stammlänge von etwa 4 cm erreicht hat können sie von der Mutterpflanze entfernt werden. Versuche sie nahe der Mutterpflanze abzuschneiden. Versuche dabei so wenige Wurzeln wie möglich zu beschädigen.

Zu diesem Zeitpunkt sollte der Ableger über mindestens 5 Blätter verfügen.

Nach dem Schnitt solltest du die Schnittwunde für ein paar Stunden antrocknen lassen. Wenn du möchtest kannst du auch Zimt verwenden um die Wunde zu schützen. Danach kannst du den Ableger in Sukkulentenerde geben.

Erfahrungsgemäß wachsen Ableger schneller und kräftiger als Stecklinge.

Vermehrung durch Stecklinge

Während deine Pilea in die Höhe wächst wirst du immer wieder die Möglichkeit haben Stecklinge zu schneiden. Jeder Steckling sollte über mindestens drei Blätter verfügen.

Auch hier kannst du die Wunden wieder mit Zimt bedecken. In jedem Fall solltest du die Schnittstelle antrocknen lassen.

Danach kannst du die Stecklinge entweder in Anzuchterde oder Wasser geben. Wenn du dich für Wasser entscheidest, kannst du den Steckling in Substrat geben, sobald er ausreichend Wurzeln gebildet hat.

Ziehst du deinen Steckling in Anzuchterde heran kannst du ihn umtopfen, sobald er ein paar Zentimeter gewachsen ist. Versuche die Anzuchterde* gleichmäßig feucht zu halten.

Vermehrung durch Blattstecklinge

Auch eine Vermehrung durch Blätter ist möglich. Trenne hierfür einfach ein gesundes Blatt sauber von der Mutterpflanze. Danach kannst du es in ein Glas mit Wasser stellen.

Bereits nach einer Woche solltest du kleine Wurzeln erkennen können. Sobald sich ausreichend Wurzeln gebildet haben kannst du den Steckling in ein passendes Substrat geben. Die Pflege unterscheidet sich nun nicht mehr von der Pflege der Mutterpflanze.

Alternativ kannst du das abgetrennte Blatt auch in das Substrat stecken und dieses feucht halten. Mit der Wassermethode habe ich jedoch bisher deutlich mehr Erfolg gehabt.


Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler der silberblauen Kanonierblume

Krankheiten

Pilea glauca ist quasi nie krank. Macht sie dennoch einen schlappen Eindruck liegt dies häufig an einem Pflegefehler.

Schädlinge

Über die warmen Monate hinweg lassen sich kaum Schädlinge an der Pilea finden. In der kalten Jahreszeit kann es jedoch schon mal vorkommen, dass sich Blattläuse, Spinnmilben aber auch Thripsen an der Sukkulente finden lassen.

Befall durch Blattläuse

Blattläuse treten oft in Gruppen auf. Sie können die verschiedensten Farben haben. Oft sind sie jedoch Grün, Gelb, Weiß oder Schwarz.

Sie halten sich gerne an den Trieben und unter den Blättern auf.

Entdeckst du einen Befall kannst du eine Mischung aus Neemöl* und Wasser auf die Pflanze sprühen. Ist der Befall stärker rate ich zu einem Pflanzenschutzmittel* oder natürlichen Fressfeinden wie Marienkäferlaven* zu greifen.

Befall durch Spinnmilben

Spinnmilben, auch rote Spinnen genannt, treten besonders unter trockenen Bedingungen auf. Häufig reicht es daher aus die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

Durch ihre Gebilde zwischen den Blättern kann man sie recht schnell entdecken.

Zusätzlich kannst du die Pflanze abbrausen um die Schädlinge wegzuschwemmen.

Hält sich der Befall hartnäckig kannst du auch hier ein Pflanzenschutzmittel* benutzen. Als alternative Methode kannst du auch AC-Raubmilben* als Fressfeinde verwenden.

Befall durch Thripsen

Bei Thripsen handelt es sich um kleine längliche Käfer. Sie sind schwarz und verbreiten sich durch ihre Flugfähigkeit schnell auf anderen Pflanzen.

Auch hier kannst du einen kleinen Befall durch Abbrausen und erhöhter Luftfeuchtigkeit entgegenwirken. Zeigt dies keine Wirkung kannst du eine Mischung aus 1 l Wasser, 50 g Schmierseife und 20 ml Spiritus verwenden.

Als Alternative bieten Pflanzensprays*  auch hier eine schnelle und effektive Lösung.

Bei einem Thripsenbefall ist es wichtig im Anschluss die oberste Schicht des Substrats zu wechseln. In dieser Schicht halten sich die Larven der Thripse auf. Entfernst du sie nicht startet das Spektakel schon bald von vorne.


Pflegefehler 

Macht deine Pflanze einen kranken oder schlappen Eindruck liegt dies meistens an Pflegefehlern. Die häufigsten Pflegefehler findest du hier.

Gelbe Blätter

Gelbe Blätter können unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigsten sind ein Überwässerung und Unterwässerung. An folgenden Punkten kannst du sie unterscheiden:

Überwässerung

  • Erst gelbe Blätter
  • Dann braune Flecken auf den Blättern
  • Bildung dunkler Blätter

In diesem Fall solltest du unbedingt die Wurzeln auf Wurzelfäule untersuchen.

Unterwässerung

  • Erst gelbe Blätter
  • Dann trockene und eingerollte Blätter

Braune Blattspitzen

Braune Blattspitzen entstehen, wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist. Um sie zu erhöhen, kannst du einen Luftbefeuchter verwenden.


Ich beantworte deine Fragen! 

Ist die silberblaue Pilea (Pilea glauca) giftig?

Nein, die Pilea glauca ist sowohl für Menschen als auch Tiere ungiftig. Daher eignet sie sich auch für Räume mit Kindern und Haustieren.


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Quellen

Smart Garden Guide
Gardening Brain

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Über den Autor

Richard Schmidt

Hey, mein Name ist Richard! Ich schreibe in meiner Freizeit auf dieser Webseite über die Pflege von Zimmerpflanzen. Schon in jungen Jahren haben mich Pflanzen fasziniert. Seitdem habe ich bereits die verschiedensten Zimmerpflanzen bessen. Neben meiner Leidenschaft für Zimmerpflanzen und Bonsai bin ich ein wahrer Sneakerhead.

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