Philodendron Melanochrysum pflegen


Auch, wenn man oft hört, dass Philodendron melanochrysum anspruchsvoll in der Pflege sein soll, ist er tatsächlich gar nicht so schwer wie viele denken. Unter den richtigen Bedingungen kann der sonst eher gemütliche Philodendron ordentlich an Wuchsgeschwindigkeit gewinnen.  

Wie du deinen Philodendron melanochrysum pflegen kannst, erfährst du in diesem Beitrag! 


Philodendron melanochrysum im Vordergrund mit Monstera Thai Constellation und weiteren Zimmerpflanzen im Hintergrund
(Bild: © Firn – stock.adobe.com)


Herkunft

Philodendron melanochrysum wurde erstmals 1886 von dem französischen Gärtner und Botaniker Édouard André in den Andenausläufern Kolumbiens gefunden. Dort ist er auch heute noch auf Höhen zwischen 500 m und 1000 m zu finden. Inzwischen hat er auch Gebiete in Kolumbien und Südamerika erobert. 

Zuerst hatte der Botaniker Édouard André den Philodendron nach sich benannt: Philodendron andreanum

Heute ist jedoch der Name Philodendron melanochrysum botanisch anerkannt. Er ist an Latein angelehnt. Melano bedeutet schwarz, chrysum bedeutet gold. Der Name bedeutet also schwarz-gold.

Er beschreibt die Blätter der Zimmerpflanze. Je nach Lichteinfall schimmern sie schwarz oder gold. 

Philodendron melanochrysum zählt zu der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Er ist auch unter den Namen Philodendron Melano und Philodendron schwarz-gold bekannt.


Aussehen und Erkennungsmerkmale

Den Philodendron melanochrysum zieren dunkelgrüne, fast schwarze Blätter. Sie sind herz- bis pfeilförmig. Feine Haare geben ihnen ein samtiges Gefühl und den einzigartigen Lichteffekt. 

Das dunkle Blatt überziehen helle, fast goldene Blattadern. Die immergrünen Blätter können in der Wohnung bis zu 60 cm lang werden. In der Natur erreichen sie bis zu 90 cm Länge und 40 cm Breite. 

Durch den kletternden Wuchs erreicht der Philodendron bei uns Höhen von bis zu 1,5 m. Am Naturstandort kann er bis zu 6 m in die Höhe wachsen. 

Die Blüte 

Wie viele andere Aronstabgewächse bildet auch Philodendron melanochrysum eine Blüte bestehend aus einem Hüllblatt und einem Kolben aus. Das Hüllblatt bleibt meist hellgrün. Der Kolben hingegen wird weißlich bis cremefarben.

In der Wohnung ist eine Blühte jedoch nur sehr selten zu beobachten. 

Die Frucht

Nach erfolgreicher Bestäubung der Blüte bilden sich Beeren an dem Kolben. Diese Beeren enthalten die Samen der Wird die Beere befruchtet, bilden sich an ihr kleine Beeren. Diese Beeren enthalten die Samen der Pflanze. 


Toxizität

Philodendron melanochrysum ist als giftig für Menschen und Tiere einzustufen. In ihm sind unlösliche Calciumoxalatkristalle enthalten. Beim Kauen oder Beißen werden diese freigesetzt. 

Sie führen zu Reizungen der Schleimhäute und des Magen-Darm-Trakts. Auch die Nieren können Schaden nehmen.

Daher sollte die Pflanze für Kinder und Haustiere unerreichbar platziert werden.
 

Der optimale Standort für Philodendron melanochrysum

Ein guter Standort muss verschiedene Bedingungen für die Pflanze erfüllen. Grundlegend sind immer Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Generell sollte beim Philodendron melanochrysum Zugluft vermieden werden. Versuche auch ihn nicht zu nah an Heizkörpern zu positionieren. 

Licht

Philodendron melanochrysum braucht helles indirektes Licht. Direktes Sonnenlicht kann die Blätter verbrennen. Optimal ist daher ein Platz an einem Ost- oder Westfenster. Dort bekommt er etwas Morgen- oder Abendsonne ab. Um keinen Lichtmangel zu bekommen, sollte Philodendron melanochrysum mindestens 6 bis 8 Stunden Licht erhalten.

Temperatur

Als Tropenpflanze ist der Philodendron höhere Temperaturen gewöhnt. So sollte es nicht kälter als 15 °C werden. Ab 13 °C kann das Wachstum stoppen. Auch wärmer als 35 °C sollte es nicht werden. Für optimales Wachstum sollte die Temperatur zwischen 18 °C und 30 °C gehalten werden. 

Vergesse dabei nicht, dass mit steigender Temperatur auch öfters gegossen werden muss. 

Luftfeuchtigkeit 

Ein häufig übersehener Faktor in der Pflege ist die Luftfeuchtigkeit. Als Tropenpflanze bevorzugt P. melanochrysum eine hohe Luftfeuchtigkeit. Um braune Blattspitzen zu verhindern, reicht eine Luftfeuchtigkeit von 55 %. Meiner Meinung nach gedeiht der Philodendron jedoch bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 % und mehr am besten. 

Diese erreichst und hältst du am einfachsten mit einem Luftbefeuchter. Es gibt jedoch noch weitere Methoden, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen


Philodendron melanochrysum überwintern

Da der Philo aus den Regenwäldern stammt, ist er unsere Winter nicht gewohnt. Er sollte unbedingt hell und warm überwintert werden. Gerne kann zusätzlich auch eine Pflanzenlampe verwendet werden. 

Die Temperaturen dürfen in den Wintermonaten auch etwas abfallen. Unter die 15 °C sollten sie jedoch nicht fallen. Durch das langsamere Wachstum sollte auch das Gießen und Düngen reduziert werden. 


Philodendron melanochrysum gießen 

Wie viele Verwandte trocknet auch P. melanochrysum gerne zwischen dem Gießen oberflächlich an. Um dies zu überprüfen, kannst du einfach deinen Finger in das Substrat stecken. 

Fühlen sich die oberen 5 cm trocken an und bleibt kein Substrat an deinem Finger hängen kannst du gießen. Falls doch, warte noch ein paar Tage und wiederhole dann den Test. 

Alternativ kannst du statt deinem Finger auch ein Stäbchen oder einen Feuchtigkeitsmesser verwenden. Ich verwende diesen Feuchtigkeitsmesser*, wenn ich mir bei neuen Pflanzen unsicher bin. 

Wenn dein Leitungswasser viel Kalk enthält, solltest du in Erwägung ziehen dieses zu filtern. Viel Kalk kann den Wurzeln schaden. 


Philodendron melanochrysum düngen

Durch sein meist moderates Wachstum hat Philodendron melanochrysum keinen großen Bedarf an Nährstoffen. Um diesen zu decken, kannst du einen flüssigen Grünpflanzendünger* oder speziellen Dünger für Philodendren* verwenden. 

Während der Wachstumsphase kannst du alle 2 bis 4 Wochen düngen. Alternativ kannst du den Dünger auch verdünnt bei jedem Gießen hinzufügen. So erhält die Pflanze gleichmäßig Nährstoffe. 

Über die Wintermonate wird das Düngen auf ein Mal im Monat reduziert. Alternativ kannst du auch jede Woche ¼ der normalen Dosierung zum Gießwasser geben. 

Gebe nie Flüssigdünger alleine auf das Substrat oder die Pflanze, sondern nur Wasser gemischt! Verwendest du ihn unverdünnt hat dies ernsthafte Folgen: der viel zu konzentrierte Dünger verbrennt förmlich die Wurzeln – ein irreparabler Schaden. 


Das perfekte Substrat

Die Wurzeln des Philodendron melanochrysum sind recht empfindlich was Nässe betrifft. Im falschen Substrat beginnen sie schnell zu faulen. Daher ist eine gute Drainage essenziell. 

Auch ist eine grobe und luftige Struktur von Vorteil. So gelangt Sauerstoff an die Wurzeln, welcher sich positiv auf das Wachstum auswirkt. Der pH-Wert sollte leicht sauer sein. 

Am besten eignet sich ein Mix für Aronstabgewächse. Eine Anleitung für den Mix für Aronstabgewächse findest du hier. 


Umtopfen

Wann immer der aktuelle Topf zu klein wird, ist es an der Zeit deinen Philodendron melanochrysum umzutopfen. Anzeichen, dass der Topf zu klein ist, sind unter anderem: 

  • Wurzeln, welche aus den Drainagelöchern wachsen 
  • dass die Pflanze sich aus dem Topf drückt 
  • der Topf der Pflanze keinen Halt mehr gibt

Bei Jungpflanzen ist dies oft jährlich der Fall. Bei ausgewachsenen Exemplaren empfehle ich alle 2 bis 3 Jahre das Substrat zu erneuern. 

Als neuer Topf eignet sich ein Topf in einer Größe größer. Er sollte über Drainagelöcher verfügen, um Staunässe zu verhindern. Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist das Frühjahr und der frühe Sommer.


Philodendron melanochrysum schneiden

Ein Rückschnitt ist zwar das ganze Jahr über möglich, jedoch verträgt er ihn am besten in der Wachstumsperiode von Frühjahr bis Herbst. 

Ein Rückschnitt kann helfen einen dichteren Look zu erzielen. Tote und kranke Blätter können und sollten das ganze Jahr über entfernt werden. 


Philodendron melanochrysum vermehren

Die besten Chancen auf Erfolg bei der Vermehrung von Philodendron melanochrysum hat man bei Stecklingen und dem Abmoosen. Beide werde ich dir im Folgenden erklären. 

Vermehrung durch Abmoosen 

Philodendron melanochrysum bildet bei den meisten Blattknoten Luftwurzeln aus. Bei dem Abmoosen wird versucht diese zu aktivieren und so dem Steckling das energiezehrende Bewurzeln zu ersparen oder zumindest zu erleichtern. 

Das Abmoosen hat daher die höchsten Erfolgsaussichten. So funktioniert es:

  • identifiziere einen Blattknoten mit Luftwurzeln oder kleinen Ansätzen von Luftwurzeln 
  • feuchte etwas Sphagnum Moos an und lege es um den Blattknoten 
  • fixiere das Moos mit einer Tüte, einem Band oder auch Draht. Es ist von Vorteil, wenn nicht viel Feuchtigkeit entweichen kann
  • halte nun das Moos für die kommenden Wochen feucht
  • nach etwa 6 Wochen kannst du den Blattknoten auf Wurzelwachstum überprüfen 
  • haben sich etwa 3 cm bis 5 cm lange Wurzeln gebildet kannst du den Steckling schneiden
  • durchtrenne hierfür den Trieb mittig über und unter dem Blattknoten. Verwende eine saubere und scharfe Klinge, um Quetschungen und Infektionen zu vermeiden 
  • halte den Steckling weiter in feuchtem Moos bis sich ausreichend Wurzeln gebildet haben. Danach kannst du ihn in ein Substrat deiner Wahl geben.


Vermehrung durch Stecklinge 

Bei der Vermehrung durch Stecklinge werden nicht wie beim Abmoosen erst Wurzeln an der Mutterpflanze gezogen, sondern direkt Segmente des Triebs entfernt. So gehst du hier vor:

  • identifiziere einen Blattknoten (vorzugsweise mit einem Blatt) 
  • durchtrenne mit einer scharfen und sauberen Klinge den Trieb mittig zwischen zwei Blattknoten 
  • lasse die Schnittstelle antrocken oder verwende Zimt oder Aktivkohle, um die Schnittfläche zu desinfizieren 
  • danach kannst du den Steckling in Wasser, feuchten Sphagnum Moos oder feuchten Perlit bewurzeln 
  • sobald ausreichend Wurzeln vorhanden sind, kannst du die Jungpflanze in dein bevorzugtes Substrat setzen


Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler

Krankheiten

Philodendron melanochrysum ist bei uns mit der richtigen Pflege nicht anfällig für Krankheiten.

Schädlinge

Blattläuse

Blattläuse kommen in den verschiedensten Farben daher. Es gibt weiße, gelbe, rote und auch schwarze. Sie sitzen meistens an den jungen Trieben und unter den Blättern. Gelbe und welke Blätter können ein Indikator sein. 

Erkennst du einen Befall solltest du die Pflanze isolieren und sie abbrausen. Danach kannst du eine Mischung aus 1l Wasser, 50g Schmierseife* und 20 ml Spiritus* auf die Blätter sprühen. Alternativ eignet sich auch Neemöl*

Wiederhole die Prozedur nach etwa 2 Tagen, bis der Befall eingedämmt ist. 

Hilft dies nicht kannst du auch ein Pflanzenschutzspray verwenden. Mein Favorit gegen alle gängigen Schädlinge ist das Ungezieferspary von ARDAP*.

Alternativ kannst du auch natürliche Feinde wie Marienkäferlarven* einsetzen.

Spinnmilben

Immer wieder höre und lese ich, dass die Phiodendren anderer Pflanzenliebhaber von Spinnmilben befallen sind. Es scheint gerade so, als wäre melanochrysum ein wahrer Spinnmilben-Magnet. 

Zu erkennen sind die kleinen Plagegeister an Punkten auf den Blättern und an netzartigen Gebilden in den Blattachseln und unter den Blättern. Erkennst du einen Befall solltest du die Pflanze zunächst isolieren. Danach kann es bereits helfen, wenn du sie gründlich abbraust. 

Eine Mischung aus 1l Wasser, 50g Schmierseife* und 20 ml Spiritus*, aber auch eine Neemöl-Mischung* kann auf die Blätter aufgetragen werden. 

Chemisch aber deutlich effektiver wirken Pflanzenschutzsprays*. Alternativ können auch AC Raubmilben* als natürlicher Feind eingesetzt werden. 

Woll- und Schmierläuse 

Auch Woll- und Schmierläuse lassen sich manchmal am Philodendron melanochrysum finden. Du kannst sie an ihren hellen wollartigen Panzern erkennen. Sie sitzen bevorzugt unter den Blättern und am Blattstiel. 

Auch bei Wollläusen hilft ein Einsprühen der Blätter mit Neemöl*. Auch bei Spinnmilben habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Ungezieferspary von ARDAP* machen können. 


Pflegefehler 

Schwächelt deine Zimmerpflanze sind häufig Pflegefehler die Ursache. Im Folgenden werde ich dir daher die häufigsten Symptome und ihre möglichen Ursachen zeigen.

gelbe Blätter

Werden die untersten Blätter des Philodendron melanochrysum gelb, handelt es sich oft um keinen Grund zur Sorge. Von Zeit zu Zeit stößt die Pflanze ihre ältesten Blätter ab. Dafür bilden sich an der Triebspitze neue. 

Ein anderer Auslöser kann sein, dass die Pflanze zu viel oder zu wenig Wasser bekommen hat. Überprüfe das Substrat und passe deine Gießroutine dementsprechend an. 

Die Blätter können auch bleich bis gelblich werden, wenn sie zu viel Sonnenlicht abbekommen. Philodendron melanochrysum braucht helles, aber indirektes Licht. 

Braune Blattspitzen und Blattränder 

Werden die Blattspitzen und Blattränder braun, ist häufig eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit die Ursache. Ein weiterer Grund kann eine Ablagerung von Düngeresten sein. Diese lassen sich durch einen Substratwechsel oder dem Spülen des Substrats entfernen. 

Braune Blätter

Auch braune Blätter können ein Phänomen des Wachstums sein. Hier sind dann nur die untersten Blätter betroffen. 

Braune Blätter können jedoch auch bei Wurzelfäule auftreten. Daher sollten in jedem Fall die Wurzeln überprüft werden. Sind sie braun, weich und riechen unangenehm, handelt es sich um Wurzelfäule. 

In diesem Fall solltest du alle toten Wurzeln entfernen und das Substrat erneuern. Versuche die Pflanze danach trockener zu halten. 

Ist das Substrat trocken und braune Blätter treten auf kann es auch ein Zeichen für einen Wassermangel sein. 

Hängende Blätter

Hängende Blätter können Folgen von zu wenig Licht und zu geringer Feuchtigkeit sein. Versuche das Substrat feucht zu halten. 

Blätter werden abgeworfen

Wirft Philodendron melanochrysum die Blätter ab kann es wie zuvor beschrieben sich um Wurzelfäule oder Überwässerung handeln. Ist das Substrat trocken kommt auch eine Unterwässerung infrage.

Vergeilung

Eine Vergeilung, also ein gestreckter Wuchs in Richtung Licht ist die Reaktion von Philodendron melanochrysum auf einen Lichtmangel. Die Lösung liegt auf der Hand – gebe der Pflanze mehr indirektes Licht. 

Wenn dir der Wuchs missfällt, kannst du die Pflanze auch kürzen. Der Wuchs kehrt jedoch zurück, wenn die Pflanze weiterhin nicht ausreichend Licht bekommt. 


Ich beantworte deine Fragen! 

Ist Philodendron melanochrysum giftig?

Ja, Philodendron melanochrysum ist sowohl für Menschen als auch für Tiere giftig. Daher sollte er besonders für Kinder und Haustiere außer Reichweite platziert werden.

Wie schnell wächst ein Philodendron melanochrysum?

Philodendron melanochrysum ist bekannt für sein eher moderates Wuchstempo. Unter den richtigen Bedingungen kann er jedoch jährlich zwischen 15 cm bis 30 cm an Höhe gewinnen.


Nicht verpassen!



Quellen

University of Vermont
Academia.edu

Letzte Aktualisierung am 16.01.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über den Autor

Richard Schmidt

Hey, mein Name ist Richard! Ich schreibe in meiner Freizeit auf dieser Webseite über die Pflege von Zimmerpflanzen. Schon in jungen Jahren haben mich Pflanzen fasziniert. Seitdem habe ich bereits die verschiedensten Zimmerpflanzen bessen. Neben meiner Leidenschaft für Zimmerpflanzen und Bonsai bin ich ein wahrer Sneakerhead.


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