Orchideenerde selber machen


Du möchtest wissen, wie du Orchdeenerde selbst mischen kannst? Dann bist du hier richtig! In diesem Beitrag stelle ich dir verschiedene Möglichkeiten vor, wie du Orchideenerden und Substrate selbst mischen kannst. 

Zudem gehen wir darauf ein, welcher Mix für welche Standortbedingungen und Art von Orchideen geeignet ist. 


Weiße Orchideenblüten zusammen mit zwei Orchideen und Pinienrinde sowie Sphagnum Moos
(Bild: © olyapon – stock.adobe.com)


Welche Erde brauchen Orchideen? 

Orchideen gehören zu den Aufsitzerpflanzen (Epiphyten). Das bedeutet, dass sie auf anderen Pflanzen wächst. Ihre Wurzeln haben in diesem Fall keinen Bodenkontakt. 

Dies sollte bei er Substratwahl berücksichtigt werden. Das gewählte Substrat sollte luftig und strukturstabil sein. Zudem darf es Feuchtigkeit nicht zu lange halten. Der pH-Wert liegt im Oprimalfall zwischen 5,5 und 6,5.

Häufig wird daher Pinienrinde gewählt. Sie ist in fast allen Orchideenerden zu finden. 


Woraus besteht Orchideenerde? 

Schaut man sich die Zutatenliste von herkömmlicher Orchideenerde an findet man häufig folgende Angaben:

  • Pinienrinde 
  • Hochmoortorf 
  • Kalk
  • Diverse Dünger

Pinienrinde gibt dem Substrat die nötige luftige Struktur. Torf hingegen dient als temporärer Wasserspeicher. Mehr über die Eigenschaften von den Bestandteilen erfährst du in unserem großen Substrat-Beitrag.


Alternativen zu Orchideenerde 

Pure Pinienrinde 

Die Haltung von Orchideen in Pinienrinde* bietet sich besonders für Anfänger an. Pinienrinde ist strukturstabil und lässt ausreichend Luft an die Wurzeln. Zudem hält sie kaum Wasser. 

Dies kann jedoch dazu führen, dass du sie oft gießen musst. 

Während die Pinienrinde sich langsam zersetzt, fängt sie an mehr Wasser zu speichern. Zu diesem Zeitpunkt ist sie jedoch häufig zu sauer für die Wurzeln der Orchidee. Daher sollte die Rinde alle zwei bis vier Jahre ausgetauscht werden. 

Die Eigenschaften von Pinienrinde eignen sich besonders für kühle Standorte oder welche mit hoher Luftfeuchtigkeit. 

Pinienrinde ist in unterschiedlichen Größen erhältlich. Je kleiner die Stücke, umso mehr Feuchtigkeit können sie halten. Größere Stücke bieten eine bessere Luftzirkulation. 

Mehr über Pinienrinde erfährst du hier. 


Sphagnum Moos 

Sphagnum Moos* wird besonders von erfahrenen Orchideen-Haltern verwendet. Wie der Name schon verrät, handelt es sich hier um ein (Torf-) Moos. Dieses hat die Fähigkeit ein Vielfaches an Wasser aufzunehmen. Dabei wahrt es eine eher luftige Struktur. 

Das aufgenommene Wasser wird über einen längeren Zeitraum abgegeben. Zudem verteilt sich das Wasser gleichmäßig im Moos. 

Daher eignet sich Sphagnum Moos besonders für warme oder trockene Standorte. 

Da es sich hier um ein organisches Material handelt, zersetzt es sich mit der Zeit. So muss es etwa alle ein bis drei Jahre erneuert werden. 

Bei der Verwendung von Sphagnum Moos sollte darauf geachtet werden, dass du das Moos nicht zusammendrückst. So eliminierst du Hohlräume und die Wurzeln können ersticken. 

Mehr über Sphagnum Moos erfährst du hier. 


Kokosnuss-Chips 

Von ihren Eigenschaften sind Kokosnuss-Chips* zwischen Pinienrinde und Sphagnum Moos einzuordnen. Die zerkleinerten Kokosnusshüllen haben eine grobe Struktur. Jedoch halten sie mehr Feuchtigkeit als Pinienrinde. 

Da es sich auch hier um ein organisches Material handelt, zersetzt es sich mit der Zeit. Daher muss es etwa alle zwei bis vier Jahre erneuert werden. 

Das Hauptproblem bei Kokosnuss-Chips ist ihr Salzgehalt. Wenn du Kokosnuss-Chips verwendest, welche nicht speziell für Orchideen deklariert sind, ist häufig zu viel Salz enthalten. Das Salz kann die empfindlichen Wurzeln schädigen. 

Mehr über Kokosnuss-Chips erfährst du hier. 


Perlit (Perlite) 

Mit Perlit* entfernen wir uns von den organischen Materialien und begeben uns zu den mineralischen Substraten. Bei Perlit handelt es sich um ein vulkanisches Glas. Es hat eine große Oberfläche, wodurch es etwas Wasser speichern kann. 

Als Mineral zersetzt es sich nicht. Es kann jedoch vorkommen, dass Algen auf Perlit wachsen. 

Häufig wird es als Zuschlagstoff in verschiedenen Substratmischungen verwendet. Perlit allein ist meiner Meinung nach nicht als Substrat für Orchideen geeignet. 

Mehr über Perlit erfährst du hier. 


Blähton (LECA)

Blähton* besteht aus sehr porösen Ton. So erhält es eine große Oberfläche und kann Wasser speichern. Durch seine Strukturstabilität bilden sich kleine Luftpolster zwischen den Kugeln. So bleibt eine ausreichende Luftzirkulation bestehen. 

Da Blähton sehr alkalisch ist, muss es vor der Verwendung vorbereitet werden. Diese Vorbereitung ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Häufig muss das Substrat jedoch für eine gewisse Zeit in einer säuerlichen Lösung liegen. 

Blähton kann allein in der sogenannten passiven Hydrokultur verwendet werden. Aber auch als Zuschlagstoff in Substratmischungen eignet er sich. 

Mehr über Blähton erfährst du hier. 


Lavagranulat

Bei Lavagranulat* handelt es sich um Lavagestein. Durch seine unregelmäßige Form und poröse Struktur ist es struktutstabil und kann etwas Wasser speichern. Es wird im Regelfall nicht allein genutzt, sondern dient als Zuschlagstoff in Substratmixen. Dort sorgt es für eine luftige Struktur. 

Vor der Verwendung sollte das Lavagranulat einmal abgespült werden, um Staub zu beseitigen. 

Mehr über Lavagranulat erfährst du hier. 


Orchideenerde selbst mischen

Häufig eignet sich keines der oben beschriebenen Materialien in allen Punkten optimal für einen speziellen Standort. Daher mischen viele Orchideenliebhaber sich ihr eigenes Substrat. 

Ein schlichter Mix für viele Orchideen kann wie folgt aussehen: 

Dieser Mix stellt sicher, dass die Orchideenerde locker und luftig bleibt. Dabei speichert sie ausreichend Wasser, um die Orchidee bis kurz vor dem nächsten Gießen feucht zu halten. 

Je nach Standort und Bedingungen deiner Orchidee kannst du den Mix anpassen oder um weitere Zutaten ergänzen. So könnest du zum Beispiel für eine Juwelorchidee einen Mix mit hohem Perlit-Anteil wählen. 


Ich beantworte deine Fragen! 

Was kann man als Orchideenerde nehmen? 

Als Orchideenerde eignen sich Pinienrinde, Kokosnuss-Chips und Sphagnum Moos. Als Zuschlagstoffe können Perlit, Blähton und Lavagranulat genutzt werden. 

Kann man Orchideen auch in normale Blumenerde pflanzen? 

Nein, normale Blumenerde umschließt die Wurzeln zu sehr und hält zu viel Wasser. Für die Haltung von Orchideen ist sie ungeeignet.

Kann man Rindenmulch für Orchideen nehmen? 

Rindenmulch ist für Orchideen als Substrat nicht geeignet. Er ist häufig zu fein und zu sauer. Zudem kann er zu viel Wasser halten. Pinienrinde hingegen ist für Orchideen geeignet. 


Nicht verpassen!

Letzte Aktualisierung am 29.04.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über den Autor
Richard Schmidt
Hey, mein Name ist Richard! Ich schreibe in meiner Freizeit auf dieser Webseite über die Pflege von Zimmerpflanzen. Schon lange faszinieren mich Zimmerpflanzen. Deshalb finden sich in meinem kleinen Urban Jungle die verschiedensten Pflanzen - vom Mainstream-Syngonium hin bis zu wahren Raritäten. Neben meiner Leidenschaft für Zimmerpflanzen bin ich ein wahrer Sneakerhead.


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