Kakteen- und Sukkulentenerde selbst mischen


Obwohl Sukkulenten recht hart im Nehmen sind, ist ihre Haltung nicht immer ganz einfach. Immer wieder kommt es vor, dass Sukkulenten und Kakteen ihre Blätter abwerfen oder an Wurzelfäule leiden. Die Ursache ist häufig das Substrat. 

Wie du das optimale Substrat für Kakteen und Sukkulenten mischen kannst und worauf du bei gekauften Mixen achten solltest erfährst du in diesem Beitrag!


Verschiedene Sukkulenten in Terrarien zusammen mit Substratbestandteilen wie Sphagnum Moos, Tongranulat, Pflanzenerde und Vermiculit
(Bild: © golubovy – stock.adobe.com)


Der natürliche Standort 

Bevor wir uns an das eigentliche Mischen und die Wirkung einzelner Bestandteile begeben, sollten wir uns anschauen, wie Sukkulenten in der Natur wachsen. An ihren natürlichen Standorten fehlt jede Spur von dem reichhaltigen dunklen Substrat, wie wir es kennen. 

Häufig wachsen Sukkulenten und Kakteen auf sandigen und kiesigen Böden. Teils wachsen sie auch einfach in Felsspalten, ganz ohne Substrat. 

Wenn wir uns nun also an unseren Substratmix begeben, sollten wir versuchen, die Bedingungen des natürlichen Standorts zu kopieren. 


Was der Mix beinhalten sollte 

Der optimale Mix für Sukkulenten und Kakteen sollte sowohl mineralische als auch organische Bestandteile beinhalten. 

Mit organischen Bestandteilen meine ich vor allem Pflanzenteile, welche zuvor lebendig waren und jetzt (zum Teil) zerfallen sind. Hierzu zählt zum Beispiel Kokoserde oder auch Torf. Organische Bestandteile dienen vor allem als Nährstofflieferant und Wasserspeicher.

Im Kontrast zu den organischen Bestandteilen stehen die mineralischen Bestandteile. Sie haben “noch nie gelebt”. Zu ihnen zählen verschiedene Gesteine und Gläser wie Perlit oder Lavagranulat. Mineralische Bestandteile geben dem Mix die nötige Struktur sowie Drainage. 

Daher wird unser Mix zum Großteil aus mineralischen Bestandteilen bestehen. Da aber Kakteen und Sukkulenten dennoch Pflanzen sind, werden wir auch organische Bestandteile untermischen. 


Das Kakteen- und Sukkukentenerden Rezept 

In dem folgenden Rezept arbeiten wir mit Teilen. Jeder Teil ist gleich groß. Wenn du eine Schüssel verwendest, stellt jede Schüssel einen Teil dar. 

Das Verhältnis für den Mix ist 2:1. Das bedeutet für jeden hinzugefügten Teil organisches Material werden zwei Teile mineralisches Material hinzugefügt. 

Ein schlichter Mix, welcher sich für die meisten Sukkulenten eignet, besteht aus

Für Kakteen kann der Mix sogar wie folgt aussehen:

Perlit sorgt für die nötige Drainage. Da es formstabil ist, lockert es den Mix auf und lässt Luft zirkulieren. Zudem kann es Wasser, aber auch Nährstoffe temporär speichern. 

Grünpflanzenerde hingegen speichert mehr Wasser und ist reich an Nährstoffen. Durch die feine Struktur würde es alleine zu eng um die Wurzeln liegen und eine Luftzirkulation unterbinden. 


Organische Optionen

Selbstverständlich ist Grünpflanzenerde nicht die einzige Option an organischen Material. Anstelle oder zusätzlich zu Grünpflanzenerde kannst du auch Wurmhumus, Kompost und Kokoserde verwenden.

Mehr Informationen über die Bestandteile von Substraten findest du in unserem großen Substrat-Beitrag


Mineralische Optionen 

Auch Perlit kann durch verschiedene andere mineralische Optionen ergänzt oder ersetzt werden: 

  • Bims 
  • Lavagranulat 
  • grober Sand (achte unbedingt wegen des Salzes darauf keinen Strandsand zu verwenden)
  • Kies 
  • zersetzter Granit

Mehr Informationen über die Bestandteile von Substraten findest du in unserem großen Substrat-Beitrag.


Bestandteile, die du meiden solltest

Neben den geeigneten Bestandteilen gibt es auch Bestandteile, welche du nicht deinem Mix hinzufügen solltest. Zu diesen zählen vor allem Vermiculit und Torf.

Vermiculit

Bei dem Mineral Vermiculit  handelt es sich um ein seltenes Schichtsilikat. Es ist recht leicht und zerbricht leicht. Durch seine große Oberfläche und Struktur speichert es gut Wasser. 

Da Kakteen und Sukkulenten eher trockenes Substrat mit einer guten Drainage mögen, solltest du auf den Wasserspeicher verzichten. Sonst kann es zu Wurzelfäule kommen. 

Torf

Nicht nur der Umwelt zuliebe solltest du auf Torf verzichten. Trockener Torf ist hydrophob. Das bedeutet, dass er wasserabweisend ist. 

Wenn wir also die Sukkulente oder den Kaktus gießen, wird das Wasser an der Oberfläche abfließen anstatt durch das Substrat zu sickern. Zudem dient der Torf nicht als temporärer Wasserspeicher. 

Dies kann in manchen Fällen dazu führen, dass deine Sukkulenten und Kakteen trotz regelmäßigen Gießen verdursten.


Den Mix nach deinen Bedingungen anpassen

Der oben beschriebene Mix ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. Im Gegenteil! Je nach den Standortbedingungen deiner Pflanzen solltest du ihn anpassen. 

Wenn du zum Beispiel deine Pflanzen in einem eher kleinen Raum mit kühleren Temperaturen und einer eher hohen Luftfeuchtigkeit hältst, kannst du den Anteil an mineralischen Bestandteilen erhöhen. 

Wenn du die Pflanzen vollsonnig an einem Südfenster stehen hast, kannst du den organischen Anteil erhöhen, um besser Feuchtigkeit zu speichern. 

Den für dich und deine Bedingungen perfekten Mix wirst du wahrscheinlich nicht online, sondern durch Ausprobieren finden! 


Worauf du bei gekauften Kakteen- und Sukkulentenerden achten solltest

Sowohl online als auch in Gartencentern und Baumärkten kannst du auf eine große Auswahl an Sukkulentenerden und Kakteenerden treffen. Jedoch ist nicht jede Kakteen- und Sukkulentenerde gleich gut für die Pflanzen geeignet. 

Genau wie Lebensmittel haben auch Erden auf der Rückseite der Verpackung eine Zutatenliste. Hier findest du die Zutaten nach enthaltener Menge sortiert. 

Die erste und somit Hautzutat sollte mineralischen Ursprungs sein. Im Optimalfall hat sie eine grobe, kieselige Struktur. An zweiter oder dritter Stelle sollte dann die erste organische Zutat stehen. 

Erden mit Torf solltest du für Sukkulenten nicht verwenden. 

Falls du eine passende Erde gefunden hast, dir aber dennoch unsicher bist, ob sie für die Sukkulente oder den Kaktus geeignet ist, kannst du sie testen. 

Nehme dir dafür den Topf, in den die Pflanze getopft werden soll und fülle ihn mit Substrat. Danach gießt du so als ob du deine Pflanze gießen würdest. Stelle nun den Topf an den Ort, wo die Pflanze stehen soll. Wenn das Substrat nach zwei bis drei Tagen noch immer nass oder feucht ist, solltest du mehr mineralische Bestandteile untermischen. 


Die Alternative zu herkömmlichen Substraten 

Eine gute Alternative besonders für Kakteen stellt Seramis dar. Das Tongranulat lässt nicht nur genügend Luft zirkulieren, sondern es hält auch kaum Wasser und verfügt über ausgezeichnete Drainageeigenschaften. 

Da es sich hier um ein rein mineralisches Substrat und somit fast um eine passive Hydrokultur handelt, musst du immer wieder Nährstoffe über einen Dünger zuführen. 

Durch die schnelle Trocknung muss du auch regelmäßig gießen. Bei Kakteen fallen diese Intervalle jedoch recht großzügig aus.


Nicht verpassen!



Quellen

Wikipedia
Exotic Plants
Epicgardening

Letzte Aktualisierung am 29.04.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über den Autor
Richard Schmidt
Hey, mein Name ist Richard! Ich schreibe in meiner Freizeit auf dieser Webseite über die Pflege von Zimmerpflanzen. Schon lange faszinieren mich Zimmerpflanzen. Deshalb finden sich in meinem kleinen Urban Jungle die verschiedensten Pflanzen - vom Mainstream-Syngonium hin bis zu wahren Raritäten. Neben meiner Leidenschaft für Zimmerpflanzen bin ich ein wahrer Sneakerhead.


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