Islandmohn pflegen – Die Pflege von Papaver nudicaule



Islandmohn: eine arktische Schönheit in unseren Gärten! Hier erfährst du alles rund um die Pflege der nordischen Staude.

Zudem gebe ich dir wertvolle Tipps mit auf den Weg.

Islandmohn pflegen
© makow – stock.adobe.com


Herkunft des Islandmohns 

Islandmohn (Papaver nudicaule) stammt anders als der Name vermuten lässt nicht aus Island. Er wächst in subarktischen Gebieten wie Ost-Sibirien, die Mongolei oder auch Kanada und Alaska. 

Island soll mehr auf seine Anspruchslosigkeit und Robustheit hinweisen. 

In der Natur wächst Papaver nudicaule vor allem auf Geröll und Bergwiesen. Doch auch auf Gletschermoränen kann man ihn finden. 

Er zählt zu der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).


Aussehen und Erkennungsmerkmale

Islandmohn wächst in Horsten. Aus den Horsten ragen im Frühjahr bis Sommer lange, behaarte Blütenstiele hervor. Diese blattlosen Blütenstiele haben der Staude den Namen “Nacktstängeliger Mohn” eingebracht. 

In der Blüte erreicht der Islandmohn Höhen von bis zu 50 cm. 

Seine Blätter wachsen bodennah. Sie sind rau, behaart und länglich geformt. Sie enthalten wie der Rest der Pflanze einen milchigen Saft. 

Dieser Milchsaft ist giftig. Daher sollten Handschuhe getragen werden, wenn mit der Pflanze gearbeitet wird.

Der Islandmohn wächst für zwei Jahre. Danach stirbt der Mohn ab. Doch keine Sorge! Islandmohn ist hervorragend darin sich konstant und effektiv selbst zu vermehren.

Die Blüte

Die schalenförmigen Blüten des Islandmohns sitzen auf langen, nackten Blütenstielen. Obwohl sie einen zarten und zerbrechlichen Eindruck machen überstehen sie auch harsche Witterung sehr gut. 

Die roten Blütenblätter umschließen das gelbe Blüteninnere. 

Je nach Sorte variiert die Blütenfarbe. So gibt es auch gelbe, orangene und weiße Blütenfarben. 

Die Blüten sind nicht nur bei uns Menschen beliebt. Auch Bienen und Schmetterlinge tummeln sich in ihrer Nähe. 

Die Frucht

Nach der Blüte und erfolgter Bestäubung bilden sich Samenkapseln. In Fachkreisen spricht man hier von Porenkapseln. 

In den Porenkapseln reift der Samen heran. Dieser ist reif sobald die Kapseln wie Rasseln klingen. 

Durch die Poren fällt der Samen aus der Kapsel heraus. Dieses Phänomen kann man besonders an windigen Tagen beobachten. 



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Der perfekte Standort

Der Standort für den Islandmohn sollte vollsonnig sein. Dennoch darf er nicht zu hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Daher sollte man ihn im Garten oder der Terrasse nicht an Wände oder Mauern platzieren. 

Islandmohn lässt sich in Beeten aber auch im Kübel gut mit anderen Stauden und Blütenpflanzen kombinieren. 


Beleitpflanzen 

Wer Pflanzen zum Islandmohn pflanzen möchte sollte neben den Standortbedingungen auch auf die Blütezeit und die Wuchshöhe achten. Ich habe hier ein paar Pflanzen zusammengetragen welche meiner Meinung nach super zum Islandmohn passen. 

  • Astern
  • Goldlack 
  • Iris 
  • Lilien 
  • Späte Tulpen 


Islandmohn überwintern

Durch seinen natürlichen Lebensraum ist der Islandmohn an raues und kaltes Klima gewöhnt. Wird er im Garten kultiviert bedarf es keinerlei Vorkehrungen.

Hält man den Islandmohn hingegen im Kübel muss man aufpassen, dass er nicht erfriert. 

Dies gelingt indem man ihn ins Haus holt und an einen kühlen und dunklen Ort stellt. Alternativ kann man den Kübel auch an einen geschützten Ort nach draußen stellen und ihn mit einer Plane oder etwas Vlies bedecken. 

Wichtig ist, dass man ihn zum Boden hin vor der Kälte schützt. 

Ein interessanter Fakt am Rande: In der Natur kann der Islandmohn Temperaturen von bis zu -45° mühelos überwintern! 


Gießen

Wenn Regen den Mohn erreicht muss er nur bei anhaltender Hitze und Trockenheit gegossen werden. 

Im Kübel wird immer dann gegossen, wenn das Substrat deutlich angetrocknet ist. Dauerhafte Feuchte bekommt dem Papaver nudicaule nicht gut. 


Islandmohn natürlicher Standort
Der natürliche Standort des Islandmohns ist rau. Im Winter erreichen die Temperaturen bis zu -40°C und im Sommer ist er schutzlos der Sonne ausgesetzt. (Bild: © rasica – stock.adobe.com)

Island-Mohn düngen

Papaver nudicaule braucht nicht viele Nährstoffe. Daher rate ich davon ab Dünger zu benutzen. 

Wer ihm etwas Gutes tun möchte mischt im Frühling etwas Humus unter das Substrat. Dieser dient als gut verträglicher Langzeitdünger. 


Das optimale Substrat

Wer auf der Suche nach dem optimalen Substrat für Papaver nudicaule ist sollte sich am natürlichen Standort orientieren.

Der Isländer wächst gut auf Böden mit guter bis sehr guter Drainage. 

Das Substrat sollte lehmig bis sandig sein. Wer möchte, kann auch grobe Steine untermischen, um die Drainageeigenschaften weiter zu verbessern. 

Grundsätzlich sind nährstoffarme Substrate zu bevorzugen. 


Islandmohn in verschiedenen Farben
Heute kann man Island-Mohn in den unterschiedlichsten Farben erhalten. Aktuell sind besonders Pastellfarben gefragt. (Bild: © D. Jacobi – stock.adobe.com)

Umtopfen

Auch wenn der Islandmohn in einem Kübel gehalten wird ist kein Umtopfen notwendig. Vermehrt sich die Pflanze zu sehr im Kübel können einfach einzelne Pflanzen entnommen werden. 


Island-Mohn schneiden

Bei dem Islandmohn ist kein Zierschnitt notwendig. Wer die Anzahl an Pflanzen reduzieren möchte muss sie aus der Erde nehmen. 

Tote Teile des Mohns sollten stets entfernt werden. Wer möchte, dass sein Islandmohn die Blüte länger hält entfernt verblühte Blütenstiele. 

Wann immer du mit dem Islandmohn arbeitest solltest du Handschuhe tragen. Der in der Pflanze enthaltene Milchsaft ist giftig. 


Papaver nudicaule Blüte
Die schalenförmige Blüte von Papaver nudicaule macht einen empfindlichen Eindruck. Dabei ist sie besonders hart im Nehmen. (Bild: © Gabi – stock.adobe.com)

Vermehrung von Island-Mohn

Genau wie die Pflege ist die Vermehrung nicht schwer. Insgesamt gibt es drei Arten auf welche der nordische Mohn vermehrt werden kann. 

Aussaat 

Bei der Aussaat werden die Samen gezielt ausgesät. Im Haus und in Gewächshäusern beginnt man die Aussaat zwischen Februar und Mai. Im Garten wird zwischen März und Mai gesät. 

Die Samen werden locker auf das Substrat gestreut. Da es sich um Lichtkeimer handelt werden sie nicht mit Erde bedeckt. 

Die Samen keimen nur bei niedrigen Temperaturen. Das Keimen tritt binnen 2-4 Wochen ein.

Selbstaussaat 

Die Selbstaussaat ist die einfachste Vermehrungsmethode. Nach der Blüte bilden sich Samenkapseln (Porenkapseln). 

Im Spätsommer bis Herbst fallen die Samen aus den Kapseln und säen sich in einem kleinen Umkreis um die Mutterpflanze herum aus.

Im nächsten Frühjahr keimen sie dann.

Seitentriebe 

Die alten Sorten sind anders als die neuen Züchtungen meistens mehrjährig. Sie bilden oft Seitentriebe aus. 

Diese Seitentriebe können im Spätherbst an frostfreien Tagen geschnitten werden. 

Hierfür werden die Wurzeln freigelegt und von Substrat befreit. Danach werden 10-15cm lange Seitentriebe geschnitten. 

Die frischen Triebe werden dann in nährstoffarmes Substrat gegeben und hell aber kühl gestellt.

Über den Winter hinweg werden sie feucht gehalten. Trockene Heizungsluft und Zugluft sollte sie nicht erreichen. 

Im Frühjahr werden sie dann nach draußen an ihren finalen Standort gepflanzt. 


Roter Papaver nudicaule
Traditionell hat der Islandmohn rote Blütenblätter mit einem gelben Blüteninneren. (Bild: © motivjaegerin1 – stock.adobe.com)

Krankheiten, Schädlinge & Pflegefehler der nordischen Staude

Krankheiten 

Falscher Mehltau

Falscher Mehltau ist eine Pilzkrankheit welche häufig krautartige Pflanzen befällt. Man erkennt ihn an einem weißlichen bis bräunlichen Pilzrasen an den Blättern, aber auch der Blüten und Stängel der betroffenen Pflanze. 

Mehltau tritt häufig auf, wenn die Pflanze zu feucht ist.Wurde der Mehltau entdeckt sollte man den befallenen Teil der Pflanze umgehend entfernen und im Müll entsorgen. 

Zusätzlich kann ein Fungizid* verwendet werden. 


Schädlinge

Blattläuse 

Blattläuse befallen immer wieder Garten- und Balkonpflanzen. Es gibt unzählige Arten von ihnen.

Doch sie alle sitzen gerne unter den Blättern der Pflanze. Dort saugen sie den Saft der Pflanze und produzieren dabei Honigtau. 

Dieser ist bei Ameisen sehr beliebt. Daher ist ein Befall nicht selten durch eine Ameisenstraße zu erkennen. Andere Erkennungsmerkmale sind gelbe, welke Blätter. 

Wurde ein Befall erkannt können natürliche Mittel wie verschiedene Pflanzen-Sude oder natürliche Feinde wie Raubmilben* oder Marienkäferlarven* eingesetzt werden. 

Hilft dies nicht können auch Schädlingssprays* verwendet werden. 


Pflegefehler

Gelbe und welke Blätter

Werden die Blätter gelb und welk kann dies verschiedene Ursachen haben: 

  • Staunässe: Durch Staunässe kommt es schnell zur Wurzelfäule. In diesem Fall solltest du das Gießen reduzieren und versuchen das Substrat zu wechseln. 
  • Überdüngung oder zu nährstoffreiches Substrat: Ein Islandmohn braucht keinen Dünger. Er liebt nährstoffarme Böden und Substrate. Daher sollte er nicht gedüngt werden.Bei der Standortwahl ist es zudem wichtig die Böden zuvor auf ihren Nährstoffgehalt zu überprüfen.


Ich beantworte deine Fragen!

Ist Islandmohn giftig?

Ja, Islandmohn ist giftig. Dies liegt an dem Milchsaft welcher in allen Teilen der Pflanze vorkommt.
Daher sollte besonders beim Schneiden auf Schutz vor Hautkontakt durch Handschuhe geachtet werden.

Wann sollte ich Islandmohn aussäen?

Zwischen März und April ist die beste Zeit für die Aussaat. Islandmohn keimt nur, wenn die Temperaturen niedrig genug sind.
Die Keimung erfolgt in 2-4 Wochen nach der Aussaat.



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Nicht verpassen!


Quellen 

Wikipedia
Baumschule Horstmann
Biologie Seite

Letzte Aktualisierung am 16.10.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über den Autor

Richard Schmidt

Hey, mein Name ist Richard! Ich schreibe in meiner Freizeit auf dieser Webseite über die Pflege von Zimmerpflanzen. Schon in jungen Jahren haben mich Pflanzen fasziniert. Seitdem habe ich bereits die verschiedensten Zimmerpflanzen bessen. Neben meiner Leidenschaft für Zimmerpflanzen und Bonsai bin ich ein wahrer Sneakerhead.

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