Hauswurz pflegen – Die Pflege von Sempervivum



Hauswurz ist eine wahre Überlebenskünstlerin. Sie gedeiht unter Bedingungen, wo nur wenige andere Pflanzen überhaupt wachsen können. Ein Grund dafür ist ihre Resistenz gegen Hitze und Kälte.

Und das Beste? Durch ihre Robustheit braucht sie kaum Pflege – perfekt für Anfänger und vergessliche Gärtner!

Hauswurz pflegen
© imamchits – stock.adobe.com


Herkunft der Hauswurze

Die Hauswurz (Sempervivum) stammt aus den Gebirgen Europas und Asiens. Bei uns kann man sie zum Beispiel in den Alpen finden. Dort wächst sie bevorzugt auf rauen, steinigen Untergründen.

So trifft man sie auf Geröll, aber auch an Steinwänden und Felsspalten an. Je nach Größe der Population bilden sich ganze Matten aus Rosetten. Dies ist dem Wuchs und der einfachen Vermehrung geschuldet.

Sempervivum gehört der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) an. Bei uns ist sie auch als Steinrose und Dachwurz bekannt. Im Volksmund wird sie aber auch Hauslauch oder Donnerkraut genannt.

Hauswurz ist mehr eine Art Überbegriff für die mehr als 50 Arten und ihre unzähligen Sorten.


Aussehen und Erkennungsmerkmale der Hauswurze

Durch die vielen Arten gibt es sehr viele Variationen der immergrünen Sukkulente. Diese Variationen beziehen sich hauptsächlich auf die Farbe, die Größe und den Wuchs. Doch auch die Blütenfarbe ist unterschiedlich.

Das Donnerkraut wächst in runden Rosetten. In der Rosette sitzen die sukkulenten blätter dicht an dicht. So ist die Hauswurz bestens vor Verdunstung geschützt.

Je nach Sorte können die Blätter Rottöne aber auch Grüntöne annehmen. Die Blattfarbe hängt aber auch von der Witterung wie Sonneneinstrahlung ab. Häufig sind die Blätter glatt. Einige Sorten haben aber auch behaarte Blätter.

Die Blüte

In der Blütephase zwischen Mai und August schiebt sich ein Blütenstiel aus dem Zentrum der Rosette. Die Farbe des Blütenstiels kann von der Farbe der Blätter abweichen.

Bei den meisten Sorten haben Blütenstiel und Blätter die gleiche Farbe. Durch Blätter, die an dem Stiel wachsen, erhält er ein schuppiges Erscheinungsbild.

An jedem Blütenstiel bilden sich 4 bis 8 Knospen. Häufig öffnen sie sich nacheinander und bringen dadurch die Blüten versetzt zum Blühen.

Daher hält sich die Blüte vergleichsweise lang. Nach der Blüte stirbt die Rosette ab. Doch keine Sorge zuvor bildet die Mutterpflanze Ableger aus.

Die Frucht

Nach der Blüte bildet sich eine kleine Kapselfrucht. In dieser Furcht befinden sich die Samen. Möchte man die Samen gewinnen sollte man die reife Frucht von dem Blütenstiel entfernen.

Danach wird sie getrocknet. Sobald sie trocken ist, kann sie zerstoßen und die Samen entnommen werden.



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Heilwirkung, Anwendungsgebiete und Aberglauben

Schon früh wurde Hauswurz als Heilmittel verwendet. In der Volksmedizin galt Hauswurz als ein Potenzmittel für Männer.

Doch auch bei vielen anderen Leiden wie Zahn- und Augenschmerzen, Verbrennungen oder Leber- und Nierenentzündungen wurde sie verwendet.

Eine Studie aus dem Jahr 2015 hat die antibakterielle Wirkung von Sempervivum tectorum. Tatsächlich wurde eine antibakterielle Wirkung festgestellt.

Karl der Große oder sein Sohn Ludwig der Frommen wird nachgesagt, dass sie ein Gesetz erlassen haben nach dem auf jedem Dach ein Dachwurz wachsen muss. Dieser sollte das Haus vor Blitzeinschlägen schützen.

Tatsächlich hielt er aber das Stroh feucht oder dichtete Dachkacheln ab.
Auch einiger Aberglauben umgibt die Hauswurz. So soll getrocknete Hauswurz, welche im Stall aufgehängt wird die Tiere vor Krankheiten schützen.

Johannes Hartlieb schrieb in einem seiner Bücher über eine Anleitung zur Herstellung von Hexenflugsalbe aus Sempervivum.


Der perfekte Standort des Donnerkrauts

Der Hauslauch liebt es sonnig und warm. Daher ist ein Platz am Südfenster wie für ihn gemacht. Doch auch das West- und Ostfenster eignen sich als Standort. An die pralle Mittagssonne sollte die Sukkulente erst gewöhnt werden.

Optimal sind Temperaturen zwischen 18 °C und 21 °C.

Wer möchte, kann die Hauswurz auch nach draußen stellen. Je nach Art und Sorte kann sie das ganze Jahr über außen gehalten werden.

Im Außenbereich sollte die Hauswurz vor Regen geschützt stehen. Stellt man sie erst im Sommer nach draußen sollte sie auch hier zunächst an die Mittagssonne gewöhnt werden.


Hauswurze überwintern

Viele Arten sind frosthart. Das bedeutet, dass sie durch Frost nicht absterben. Doch nicht alle Arten und Sorten sind auch winterhart.

Daher müssen manche Pflanzen vor dem Wintereinbruch abdeckt werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass sich keine Feuchtigkeit oder gar Nässe in der Rosette sammeln kann.

Ist deine Steinrose nicht winterhart, solltest du sie am besten vor dem ersten Frost ins Haus oder den Wintergarten holen.

Über die kalte Jahreszeit hinweg sollte das Düngen pausiert werden. Auch das Gießen wird reduziert. Gegossen wird nur, wenn das Substrat ausgetrocknet ist. Meistens entspricht dies einem Intervall von 4 Wochen.

Je nach Art kann nach den Eisheiligen die Sukkulente wieder nach draußen gestellt werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wartet auf stabile zweistellige Temperaturen.


Gestaltungsmöglichkeiten der Hauswurz

Durch ihren rauen Naturstandort kann die Hauswurz vielseitig für die Gestaltung eingesetzt werden. Auch abstrakte Ideen, wie die Bepflanzung eines alten Schuhs ist mit Hauswurz kein Problem!

Hier sind ein paar Ideen wo mit Hauswurz gerne dekoriert wird:

  • Steingärten
  • Geröllgärten
  • Steinwände
  • Holz
  • Abstrakte Sukkulenten
  • Töpfe
  • Gräber (Sempervivum steht für das Ewige Leben)

Häufig wird Sempervivum mit anderen Sempervivum Sorten und Arten kombiniert. Aber auch andere Sukkulenten können verwendet werden.


Hauswurz wächst auf einem Grabsteil als Grabbepflanzung
Als Symbol des Ewigen Lebens wird Hauswurz häufig als Grabpflanze genutzt. (Bild: © Ruckszio – stock.adobe.com)

Das Donnerkraut gießen

Als Sukkulente muss Sempervivum nur selten gegossen werden. Beim Gießen ist es wichtig, nicht auf die Rosetten zu gießen. Steht das Wasser zu lange beginnen diese zu faulen.

In der Wohnung sollte das Donnerkraut immer dann gegossen werden, wenn das Substrat durchgetrocknet ist. Im Sommer ist dies ca. alle 2 Wochen der Fall. Im Winter kann es bis zu 4 Wochen dauern.

Ein anderer guter Indikator sind die Blätter. Sie dienen als Wasserspeicher. ist dieser Speicher leer werden sie leicht schrumpelig – ein Signal zum Gießen!

Im Außenbereich muss eigentlich nur gegossen werden, wenn anhaltende Trockenheit herrscht. Sonst reicht der Regen voll und ganz aus.


Hauswurze düngen

Nach Bedarf kann gedüngt werden. Ich empfehle für dieses Vorhaben einen Sukkulentendünger* zu verwenden.

Da der Dachwurz empfindlich auf Nährstoffe reagiert rate ich zu ¼ der normalen Dosis.


Substrat für den Hauswurz

Eine gute Drainage ist das A und O bei dieser Sukkulente. Daher empfehle ich auf eine hochwertige Sukkulentenerde* zurückzugreifen.

Alternativ kann auch normale Blumenerde mit einem Teil Sand (50 % Blumenerde, 50 % Sand) vermischt werden. Optimal ist ein leicht alkalischer pH-Wert von 6,0.


Die Steinrose umtopfen

Vermehrt sich der Dachwurz zu schnell kann es sein, dass das Gefäß rasch zu klein wird. In diesem Fall kannst du entweder Pflanzen entnehmen oder sie in einen größeren Topf umtopfen.

Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist die warme Jahreszeit. Also ab Frühsommer bis in den Herbst hinein.

Hier ist eine kurze Anleitung zum Umtopfen der Hauswurz:

  • entnehme vorsichtig die Sukkulente aus ihrem Topf
    entferne das Substrat von den Wurzeln (Achtung, die Wurzeln sind empfindlich!)
  • Tipp: Lasse das Substrat antrocknen. So lässt es sich leichter entfernen.
  • entferne kranke und tote Wurzeln
  • behandle die Schnittstellen mit einem Fungizid*
  • gebe die Sukkulente in frisches Substrat in einem Topf, der etwas größer ist als der vorherige
  • setze dabei die Rosette nicht tiefer in das Substrat als zuvor

Nach dem erfolgreichen Umtopfen rate ich dazu das Donnerkraut eine Woche lang nicht zu gießen. Danach kann vorsichtig gegossen werden. Hintergrund ist es die frischen Schnittstellen vor Feuchtigkeit und potenzieller Wurzelfäule zu schützen.


Einen Dachwurz schneiden

Sempervivum benötigt keinen Schnitt. Tote Rosetten solltest du jedoch entfernen. Wenn du diese Stellen dann mit frischem Substrat füllst, wird der Platz schnell von Ablegern der anderen Sukkulenten erobert.


Rote Sempervivum Blüte mit Knospen
Die Blüten können verschiedene Farben annehmen. Möglich sind Rot, Gelb- und Orangetöne. (Bild: © Manfred Stöber – stock.adobe.com)

Hauswurz vermehren

Wer den Dachwurz vermehren möchte hat zwei Möglichkeiten dies zu erreichen. Zum einen kann die Sukkulente aus Samen gezogen werden. Zum andern kann sie auch durch ihre Ableger vermehrt werden.

Generell ist die Vermehrung mit Ablegern einfacher und schneller.

Wer jedoch den Überraschungseffekt liebt, sollte eine Vermehrung durch Samen versuchen! Die Arten und Sorten bestäuben sich gegenseitig. So entstehen schnell Hybride.

Nur selten sieht eine aus Samen gezogene Hauswurz genau so aus wie die Mutterpflanze.

Vermehrung durch Ableger

Nach der Blüte stirbt die Rosette ab. Zuvor bildet sie jedoch noch einige Ableger aus. Diese Ableger können einfach entnommen und in eigene Töpfe gesetzt werden.

Häufig bilden sich Ableger zwischen August und September.

Vermehrung durch Samen

In diversen Online-Shops können Hauswurzsamen erworben werden. Besitzt du bereits ein Exemplar, kannst du jedoch auch selbst Samen gewinnen. Eine Anleitung findest du oben unter der Überschrift “Die Frucht”.

Das Ziehen von Keimlingen aus Samen kann bei Sempervivum herausfordernd sein. Nicht immer keimen die Samen. Doch auch hierfür habe ich einen Trick gefunden.

So funktioniert’s:

  • gebe die Samen auf angefeuchtete Sukkulentenerde (ab jetzt gleichmäßig feucht halten)
  • drücke die Samen leicht an, bedecke sie aber nicht mit Erde – sie sind Lichtkeimer
  • stelle die Samen nun hell und warm (über 20 °C)
  • falls nach 4-6 Wochen keine Keimung erfolgt ist stelle die Samen für 2-4 Wochen in den Kühlschrank
  • danach wieder von Vorne beginnen

Manchmal fehlt den Samen der Kältereiz (Stratifizierung). Durch die Kälteeinwirkung im Kühlschrank kann dieser Reiz gesetzt werden. So erhöht sich die Chance einer Keimung.

Nach der Keimung können die Jungpflanzen nach ca. 4 bis 8 Wochen in eigene Töpfe gepflanzt werden. In der Pflege unterscheiden sie sich nicht von einem ausgewachsenen Exemplar.


Verschiedene Arten von Dachwurz
Auf dem Bild ist eine kleine Auswahl an Hauswurzen zu sehen. Insgesamt gibt es mehr als 50 Arten und unzählige Sorten! (Bild: © macrossphoto – stock.adobe.com)

Krankheiten, Schädlinge & Pflegefehler von Hauswurzen

Krankheiten

Die Hauswurz ist nur sehr selten von Virus- und Bakterienerkrankungen betroffen. Falls eine Krankheit erkannt wurde, sollten die betroffenen Blätter entfernt werden.

Dies ist leider nicht immer möglich. Daher kann es auch sein, dass du die ganze Pflanze entfernen musst.


Schädlinge

In wenigen Fällen wird die Sukkulente von Schädlingen wie Wollläusen und Blattläusen befallen.

Einen Wolllausbefall erkennst du an den weißen, wollartigen Panzern der Wollläuse. Sie sitzen gerne unter und zwischen den Blättern. Einen Blattlausbefall erkennst du an gelben Blättern. Auch sie sitzen gerne unter und zwischen den Blättern der Pflanzen.

Für beide Schädlinge kann Neemöl* eingesetzt werden. Hierfür wird es einfach mit Wasser vermischt und auf die betroffene Pflanze gesprüht. Alternativ kann auch ein Pestizid* eingesetzt werden.

Anders sieht dies bei Dickmaulrüsslern aus. Chemische Mittel zeigen bei ihnen kaum bis keine Wirkung. Daher werden Fadenwürmer (Nematoden) gegen sie eingesetzt.


Pflegefehler

Häufig sind Pflegefehler Schuld, wenn die Sukkulente nicht gedeiht. Die häufigsten Pflegefehler und ihre Lösungen liste ich dir im Folgenden auf.

Bleiche Blätter mit braunen Blattspitzen

Macht die Sukkulente einen blassen Eindruck und hat dabei bräunliche Blattspitzen handelt es sich wahrscheinlich um Wurzelfäule. Diese tritt bei unzureichender Drainage auf.

Sempervivum sollte erst dann wieder gegossen werden, wenn das Substrat ausgetrocknet ist.

Rötlich-braune Verfärbung der Blätter

Verfärben sich die Blätter im Hochsommer rötlich bis braun kann dies an der Sorte liegen oder es handelt sich um Sonnenbrand.

In diesem Fall solltest du die Sukkulente aus der direkten Sonne nehmen oder das Sonnenlicht durch ein Sonnennetz schwächen.


Ein Beet aus einer alten Schublade bepflanzt mit Hauswurz und anderen Sukkulenten
(Bild: © macrossphoto – stock.adobe.com)


Ich beantworte deine Fragen! 

Ist die Hauswurz giftig?

Bei den bei uns natürlich vorkommenden Hauswurz-Arten wurden keine Giftstoffe gefunden.
In der “Traditionellen Medizin” gilt Hauswurz als eine Heilpflanze. Tatsächlich könnte eine Studie eine antibakterielle Wirkung feststellen.

Ist Hauswurz für Hunde giftig?

Frisst dein Hund kleine Mengen Hauswurz, kommt es in den meisten Fällen zu Übelkeit und Erbrechen. Von einer ernsten Vergiftung ist nicht auszugehen.
Wurden größere Mengen oder nicht heimische Sorten von Hauswurz verzehrt rate ich einen Tierarzt aufzusuchen. 

Ist Hauswurz für Katzen giftig?

Frisst deine Katze in kleinen Mengen Hauswurz, kommt es im Regelfall zu Übelkeit und Erbrechen. Von einer ernsthaften Vergiftung ist in diesem Fall nicht auszugehen.
Wurden größere Mengen oder nicht heimische Sorten verzehrt rate ich zu einem Tierarzt zu gehen.



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Quellen

Mittelalter Lexikon
World Of Succulents
Gardening Knowhow
SEER
Garden.org

Letzte Aktualisierung am 30.04.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über den Autor

Richard

Hey, mein Name ist Richard! Ich schreibe in meiner Freizeit auf dieser Webseite über die Pflege von Zimmerpflanzen. Schon in jungen Jahren haben mich Pflanzen fasziniert. Seitdem habe ich bereits die verschiedensten Zimmerpflanzen bessen. Neben meiner Leidenschaft für Zimmerpflanzen und Bonsai bin ich ein wahrer Sneakerhead.

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