Hanfpalmen pflegen – Die Pflege der Trachycarpus



Die pflegeleichte chinesische Hanfpalme zeichnet sich besonders durch ihre Robustheit aus und überlebt, selbst in unseren Kreisen jeden Winter.

Wie du die Trachycarpus fortunei pflegst und dir das tropische Flair in deinen Garten holst, erfährst du hier.

Chinesische Hanfpalme pflegen
© OE993 – stock.adobe.com


Herkunft der Hanfpalme

Die Hanfpalme oder chinesische Hanfpalme trägt den botanischen Namen Trachycarpus fortunei und ist der Familie der Palmengewächse (Arecaceae) zuzuordnen.

Ursprünglich verbreitete sich die Hanfpalme im Gebiet von Burma über China bis nach Japan. Sie kann jedoch ebenfalls im Himalaya-Gebiet entdeckt werden.

Die Robustheit der Palme ermöglicht es ihr mit verschiedensten klimatischen Bedingungen zurechtzukommen. Folglich hat sich die Trachycarpus fortunei mit der Zeit auch in einigen europäischen Gebieten etabliert.


Aussehen und Erkennungsmerkmale der Trachycarpus fortunei

Die chinesische Hanfpalme ist eine immergrüne Fächerpalme. Abhängig vom Klima kann die Palme Höhen von vier bis zwölf Meter erreichen. Als Kübelpflanze wird sie zumeist jedoch nur zwei bis vier Meter hoch.

Ihr aufrechter Stamm ist schlank, dicht beharrt und besteht auch aus abgestorbenen Blattansätzen. Seine großen Blattwedel bilden seine Krone.

Die Blätter der Trachycarpus fortunei sind ungefähr 50 bis 90 Zentimeter lang. Ihre Oberseite ist dunkelgrün, ihre Unterseite hingegen bläulich-weiß.

Sie sitzen in Fächern angeordnet an langen, starken Blattstielen. Diese sind an ihren Rändern mit kleinen Dornen versehen.

Die Blüte

Die gelben Blüten der Hanfpalme ähneln kleinen Sternen. Zusammen bilden sie viele 30 bis 60 Zentimeter lange Blütenrispen.

Zu sehen sind diese zumeist von Mai bis Juni.

Die Frucht

Die Trachycarpus fortunei kann blauschwarze, etwas bohnenförmige Beeren ausbilden, welche ungefähr 12 Millimeter groß werden. Sie entwickeln sich zumeist aus einem der drei Fruchtblätter der Pflanze.

Diese sind auch für die Namensgebung der Hanfpalme verantwortlich: „Trachycarpus“ bezieht sich auf die Fruchtstände der Palme (griechisch: „trachos“ = rau; „karpos“ = Frucht).

Ich empfehle dir die Früchte vor der Reife abzuschneiden. Immer wieder kommt es vor, dass Vögel die Samen in die umliegenden Wälder tragen. Dort breitet sich die Hanfpalme oft ungehindert aus und bedroht natürliche Arten. 

Wichtig ist die Früchte zu verbrennen und nicht zu kompostieren. Bringt man den Kompost aus keimen die Samen.



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Der optimale Standort für die Chinesische Hanfpalme

Auch wenn die Trachycarpus fortunei äußerst robust ist, sollte man darauf achten einen geeigneten Standort für sie zu finden. Am liebsten mag sie es das ganze Jahr über hell. Direkte Sonneneinstrahlung kann ihr jedoch schaden.

Im Zeitraum von Mai bis September sollte man die Pflanze unbedingt rausstellen. Hierbei eignet sich ein windgeschützter Platz auf der Terrasse oder im Garten.

Zu viel Wind kann dazu führen, dass die Blattstiele der Trachycarpus fortunei umknicken. Ebenfalls ist Vorsicht geboten, da die Hanfpalme bei windigem Wetter umkippen könnte.


Die Hanfpalme überwintern

Überwinterung im Kübel

Wenn deine Hanfpalme in einen Topf eingepflanzt ist, darf sie nur bis zu Temperaturen von -6 Grad Celsius draußen stehen bleiben. Bei stärkerer Kälte sollte sie an einem kühlen, hellen Ort überwintert werden.

Wenn deine Palme das ganze Jahr über drinnen steht, sollte den Winter über nur darauf geachtet werden, dass sie kühler gestellt und weniger gegossen wird.

Überwinterung im Freiland

Chinesische Hanfpalmen dürfen erst nach vier Jahren ins Freiland gesetzt werden. Wenn dann der Winter naht, ist dies grundsätzlich kein Problem, da die Trachycarpus fortunei winterhart bis -18 Grad Celsius ist.

Jedoch sollte die Pflanze vor Feuchtigkeit geschützt werden. Hierbei hilft es ihre Blätter mit Sackleinen* oder Gartenvlies* abzudecken.

Auch eine Mulchschicht am Boden kann die Palme vor Feuchtigkeit schützen.


Die Trachycarpus fortunei gießen

Der Wurzelballen der chinesischen Hanfpalme sollte dauerhaft feucht gehalten werden. Im Winter kann etwas weniger gegossen werden.

Die Erde der Trachycarpus fortunei sollte niemals gänzlich austrocknen. Dennoch verträgt die Palme kurzzeitige Trockenheit besser als Staunässe.


Blüten der chinesischen Hanfpalme
Während der Blütezeit bildet die Chinesische Hanfpalme hunderte Blüten aus. (Bild: © ImagESine – stock.adobe.com)

Die Chinesische Hanfpalme düngen

Gedüngt werden sollte die Trachycarpus fortunei in ihrer Wachstumszeit von März bis Oktober.

Dazu sollte entweder Langzeitdünger* oder wöchentlich etwas schwach dosierter Flüssigdünger* im Gießwasser verwendet werden.


Das perfekte Substrat für die Trachycarpus fortunei

Wenn die Palme in einen Kübel gepflanzt wird, kann als Substrat eine Mischung aus bestenfalls torffreier Universalerde* und saurem Gesteinsmehl* verwendet werden.

Erst nach vier Jahren darf die Palme nach draußen ins Freiland gepflanzt werden. Andernfalls würde sie den Winter wahrscheinlich nicht überstehen.


Gefächertes Blatt der Trachycarpus fortunei
Die Blätter der Trachycarpus fortunei ähneln prächtigen Fächern und geben direkt das Gefühl einem warmen Strand nahe zu sein. (Bild: © Ruckszio – stock.adobe.com)

Die Hanfpalme umtopfen

Die Gartenpflanze sollte etwa alle vier Jahre umgetopft werden. Es empfiehlt sich ein großer, massiver Kübel, indem die Hanfpalme ihre tief wachsenden Wurzeln ausbreiten kann. Außerdem sollte der Topf ihr sicheren Stand verleihen.

Jedes Frühjahr kann zusätzlich die oberste Erdschicht durch frisches Substrat ersetzt werden. Zudem empfiehlt es sich, stark verdichtete Erde vorsichtig aufzulockern.


Die Chinesische Hanfpalme schneiden

Blätter, welche anfangen zu verwelken, braun werden oder beginnen unschön auszusehen können abgetrennt werden. Dies geht leichter, wenn man die Blätter zunächst nach unten biegt und folglich wegschneidet.

Ebenfalls können untere, verwelkte Blätter abgetrennt werden, bevor die Palme eingepackt und überwintert wird.

Am besten lässt du dabei von jedem Blatt ein kurzes Stielstück stehen, da dies mit der Zeit vertrocknen wird und dann weiter eingekürzt oder vom Stamm abgezogen werden kann.

Achtung! Der Stamm darf niemals abgeschnitten werden, da die Hanfpalme dies nicht überstehen würde.


Reife Früchte der Hanfpalme
Durch die Samen in den Früchten vermehrt sich die Hanfpalme ganz von alleine. Manchmal wird dies jedoch zum Problem. Aktuell erobert sie zum Beispiel die schweizer Wälder. (Bild: © etfoto – stock.adobe.com)

Die Trachycarpus fortunei vermehren

Die Vermehrung der Hanfpalme gelingt über Aussaat.

Die Trachycarpus fortunei selbst fruchtet allerdings nur selten, weshalb man zumeist auf Saatgut aus dem Gartencenter zurückgreifen muss.

Die Keimzeit der Samen beläuft sich auf 2 bis 4 Monate.

Damit die Aussaat gelingt, sollten die Töpfe mit dem Saatgut an einen hellen und warmen Standort gestellt werden. Temperaturen von 20 bis 25 Grad Celsius sind dazu ideal.


Blätter der Hanfpalme bei Frost
Durch ihre Winterhärte übersteht Trachycarpus auch kalte Winter. (Bild: © imageBROKER – stock.adobe.com)

Krankheiten, Schädlinge & Pflegefehler der Hanfpalme

Die Hanfpalme ist eine äußerst robuste Pflanze. Welche Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler dennoch auftreten können, erfährst du im Folgenden.


Krankheiten und Schädlinge

Befall durch Schildläuse

Schildläuse sind ein bis drei Millimeter kleine, dunkelbraune Tierchen.

Einzelne Schädlinge können einfach abgeschabt werden. Außerdem können die Blätter der Palme mit Spülmittellösung oder Alkohol abgewischt werden.

Bei stärkerem oder wiederholt auftretendem Befall helfen zumeist nur noch systemische Pflanzenschutzmittel*.

Befall durch rote Spinnmilben

Die winzigen, roten Spinnmilben machen sich zumeist durch ihre feinen Spinnfäden erkenntlich. Sie greifen die Pflanze an, indem sie an ihren Blattunterseiten saugen.

Zuerst kann es helfen die Pflanze abzuduschen oder ihre Blätter mit Spülmittellösung einzureiben.

Sind die Tierchen danach nicht verschwunden, eignen sich neben chemischen Pflanzensprays* auch natürliche Fressfeinde wie Gallmücken oder Schlupfwespen zur Bekämpfung.

Befall durch Blattläuse und folgende Erkrankung durch Rußtau

Die Pilzkrankheit Rußtau wird durch Blattläuse hervorgerufen. Erkennbar ist er durch einen grauen Belag auf der Pflanze. Deine Hanfpalme nimmt durch diese Krankheit wenig Schaden. Nur das Wachstum kann leicht beeinträchtigt werden.

Die Beläge sollten abgewaschen und die Blattläuse bekämpft werden. Dazu kann die Pflanze abgeduscht oder ihre Blätter mit Spülmittellösung abgewischt werden.

Effektivere Methoden sind der Einsatz von chemischen Sprays* oder natürlichen Fressfeinden. Dazu gehören Spinnen, Gallmücken und Marienkäferlarven*.


Pflegefehler

Die Trachycarpus fortunei bekommt braune Blätter

Braune Blätter können durch folgende Umstände ausgelöst werden, welchen entgegengewirkt werden sollte:

  • zu viele oder intensive Wassergaben
  • zu trocken (zu leichte oder seltene Wassergaben)
  • Frostschäden
  • Sonnenbrand (zumeist bei Standorten hinter Glasscheiben)
  • Lichtmangel
  • Nährstoffmangel (seltenerer Grund)

Die Blattspitzen der Hanfpalme vertrocknen

Vertrocknete Blattspitzen entstehen zumeist durch extreme Lufttrockenheit.

Steht deine Hanfpalme im Innenraum, können hierbei sogenannte Luftbefeuchter helfen.


Ich beantworte deine Fragen!

Wie erklärt sich die Namensgebung der Chinesischen Hanfpalme?

Die eigentliche Heimat der Chinesischen Hanfpalme liegt in den subtropischen Regionen Zentral- und Ostchinas.
Im asiatischen Raum werden die Fasern der Palmenblätter zur Herstellung von Flechtwerk, Tauen und Matten verwendet. (Das Holz der Hanfpalme wird als Baumaterial genutzt.)
Auch der Name „Hanfpalme“ deutet auf die festen Fasern der Trachycarpus fortunei hin, welche an der Basis der Blattwedel vorzufinden sind. Die Fasern werden als natürlicher Rohstoff verwendet.

Ist die Trachycarpus fortunei giftig?

Nein, die Hanfpalme ist nicht giftig.
Somit ist sie auch für Haushalte mit Kindern oder Haustieren geeignet. 



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Quellen

Wikipedia 1
Wikipedia 2
Gartentipps.de
123zimmerpflanzen
Plantura

Letzte Aktualisierung am 16.10.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über den Autor

Richard Schmidt

Hey, mein Name ist Richard! Ich schreibe in meiner Freizeit auf dieser Webseite über die Pflege von Zimmerpflanzen. Schon in jungen Jahren haben mich Pflanzen fasziniert. Seitdem habe ich bereits die verschiedensten Zimmerpflanzen bessen. Neben meiner Leidenschaft für Zimmerpflanzen und Bonsai bin ich ein wahrer Sneakerhead.

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