Fackellilie pflegen – Die Pflege von Kniphofia



Die südafrikanische Fackellilie sieht man bei uns kaum in den Gärten. Noch seltener werden sie in einem Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse kultiviert. In diesem Beitrag erkläre ich dir alles, was du wissen musst um deine Fackellilie zu pflegen.

Fackellilie Header
© Emile – stock.adobe.com


Herkunft 

Die Fackellilie (lat. Kniphofia) stammt aus dem Süden bis Osten Afrikas. Dort wächst sie auf hohen Landschaften, welche sie förmlich erobert.

Sie zählt zu der Famile der Affodillgewächse (Asphodelaceae). Zuvor wurde sie der Familie der Liliengewächse (Liliaceae) zugeordnet. Daher stammt auch der Name Fackellilie.

Von Fackellilien gibt es über 70 bekannte Arten. Auf die wichtigsten Arten werde ich später nochmal eingehen.


Aussehen und Erkennungsmerkmale

Die Fackellilie bildet Rosetten aus. Mehrere dieser Rosetten bilden ganze Horste. Ihre Blätter sind schmal und riemenförmig. Werden sie länger neigen sie sich elegant in Richtung Boden.

Viele der Arten sind immergrün, mache sogar frostresistent. Sie erreichen Höhen zwischen 60 cm und 150 cm.

Blüte

Während der Wachstumsphase im Sommer wächst ein langer Stiel aus der Rosette. Am Ende dieses Stiels bilden sich die Blüten. Im Spätsommer zwischen August und September setzt die Blüte ein.

Die Blüten erinnern an eine brennende Fackel. Sie sind häufig leuchtend gelb bis orange gefärbt. Oft hat die Blüte sogar zwei bis drei Farben, was einzigartige Farbverläufe hervorruft.

Wegen ihrer Farbe und Form ist sie bei uns auch als Raketenblume bekannt.

Die einzelnen Blüten sind röhrenförmig und blühen 2 – 3 Wochen. Sie haben einen schwachen, kaum wahrnehmbaren Duft.

Frucht

Nach der Blüte und erfolgreicher Bestäubung bilden sich dicke, runde Kapseln. In diesen Kapseln reift der Samen heran. Der Samen ist erst reif, wenn sich die Kapseln durch leichtes Schütteln von dem Stiel lösen.



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Standort einer Fackellilie

Bei dem Standort sollte stets versucht werden den natürlichen Lebensraum nachzustellen.

Für die Fackellilie bedeutet das einen vollsonnigen bis hellen Standort.

Bereits bei Halbschatten merkt man schnell, dass die Pflanze schwächer wird. Erkennbar ist dies an einem dünnen Wuchs und eine verringerte Anzahl an Blüten.

Der Standort sollte auch windgeschützt sein. Ein einsamer Horst wird bei stärkeren Winden schnell umgeblasen.

Nicht alle Sorten sind winterhart. Daher empfiehlt es sich solche Sorten in Kübeln zu kultivieren. Dort hat man die Möglichkeit die Fackellilie vor dem Frost ins Haus zu holen oder sie günstig zu platzieren.


Fackellilien überwintern

Bereits im Spätherbst sollte man beginnen die Fackellilie auf den Winter vorzubereiten. Die Blätter sollten nicht geschnitten werden. Sie werden zusammengebunden um den Kern der Pflanze zu schützen.

Denn dieser darf besonders im Winter nicht zu feucht werden. Zusätzlich sollte die Pflanze abgedeckt werden. Hierzu reicht eine Plane. Hilfreich ist es auch Laub um die Pflanze herum zu legen,

Nicht winterharte Sorten sollten nach Möglichkeit ins Haus geholt werden. Dort stellt man sie an einen kühlen aber hellen Standort. Das Gießen wird auf ein Mal im Monat reduziert.  Gedüngt wird in dieser Zeit nicht.

Bei Fackellilien in Kübeln gilt: so spät wie möglich ins Haus holen und so früh wie möglich wieder rausstellen!



Fackellilie natürlicher Lebensraum
In ihrer Heimat nimmt die Fackellilie ganze Hänge in Besitz! ​(Bild: © JUAN CARLOS MUNOZ – stock.adobe.com)

Eine Fackellilie gießen

Beließt man sich zum Gießen einer Fackellilie, erhält man die unterschiedlichsten Angaben. Aber keine Sorge, mit etwas Timing und Bauchgefühl ist das Gießen kein Problem!

Es gilt das Substrat leicht feucht zu halten. Steht Wasser im Kübel, stellt sich schnell Staunässe und die daraus resultierende Wurzelfäule ein.

Zwischen dem Gießen darf das Substrat auch antrocknen. Es sollte nur darauf geachtet werden, dass der Wurzelballen nie ganz austrocknet.

Wer seine Chancen auf eine volle Blüte erhöhen möchte, muss besonders 2-3 Monate vor der Blüte auf ausreichende Wassergaben achten.


Düngen einer Fackellilie

Bevor wir schauen wie man denn eine Fackellilie düngt, möchte ich ein weitverbreitetes Missverständnis aufklären. Mehr Dünger resultiert nicht in einer volleren Blüte. Im Gegenteil!

Durch den Dünger steckt die Raketenblume mehr Energie in die Bildung von Blättern anstelle der Blüte. Zudem kann zu viel Dünger sich negativ auf die Winterhärte, Krankheiten und Schädlinge auswirken.

Steht deine Raketenblume im Garten bietet es sich an im Frühjahr Kompost, um die Pflanze zu verteilen.

Kultivierst du sie hingegen in einem Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse solltest du einen hochwertigen Dünger* für Kübelpflanzen verwenden.

Dieser Dünger wird alle 14 Tage mit dem Gießwasser verabreicht.


Fackellilie Blüte
(Bild: © Mark Herreid – stock.adobe.com)

Beliebte Fackellilien-Sorten

Bei uns werden meistens drei Arten von Fackellilien kultiviert: „Ur-Fackellilien“, Fackellilien-Hybride und Zwerg-Fackellilien. Im Folgenden werde ich zu jeder Art die beliebtesten Sorten und Züchtungen vorstellen!

“Ur-Fackellilien”

NameHöheFarbverlaufFarben
Kniphofia uvaria "Grandiflora Mischung"60-80cm✔️rot, orange, gelb



Kniphofia Hybride

NameHöheFarbverlaufFarben
Alcazar50-90cm✔️rot, orange
Feuerkerze60-70cm✔️rot, orange
Green Jade100-120cm✔️grün, weiß
Ice Queen100-120cmweiß
R. W. Kerr80-100cm✔️orange, gelb
Royal Standard80-100cm✔️rot, orange
Vanilla90-100cm✔️gelb, weiß



Zwerg-Fackellilien

NameHöheFarbverlaufFarben
St. Gallen60-80cmorange


Sorten mit orangen und gelben Blüten sind eher für kaltes Wetter gemacht als andere Sorten.


Begleitpflanzen für die Fackellilie

Bei Begleitpflanzen für die Fackellilie kommt es ganz auf den persönlichen Geschmack an. Viele bevorzugen Begleitpflanzen welche den Wuchs und die Wirkung der Raketenblume nicht beeinflussen. Hier eignen sich besonders niedrig wachsende Pflanzen.

  • Bartfaden
  • Flieder
  • Gräser
  • Katzenminze
  • Lavendel
  • Niedrige Stauden
  • Palmlilien
  • Schleierkraut
  • Zierlauch

Wird die Raketenblume im Kübel kultiviert eignen sich besonders kleine Pflanzen und Bodendecker!


Fackellilie begleitpflanzen
Fackellilien geben gemischten Beeten das gewisse etwas. ​(Bild: © Garden Guru – stock.adobe.com)

Das perfekte Substrat für die Fackellilie

In der Natur wächst die Fackelblume auf steinigen sowie wasserdurchlässigen Böden. In dem Boden sind nicht viele Nährstoffe enthalten. Dies sollten wir versuchen zu kopieren!

Unser Substrat sollte also grob sein und über gute Drainageeigenschaften verfügen.

Dies können wir durch selbst gemischtes Substrat leicht erzielen. Hierfür wird einfach ein Teil Kübelpflanzenerde*, ein Teil Sand* und ein Teil Blähton* miteinander vermischt.

Wer lieber ein fertiges Substrat erwerben möchte, sollte einen Blick auf das Spezial Tongranulat von Seramis* werfen!

Tipp: Ein Kiesbeet bringt optimale Eigenschaften mit sich!


Eine Fackellilie umtopfen

Wird die Fackellilie im Kübel kultiviert, sollte sie alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden. In diesem Zuge bietet es sich an das Substrat zu erneuern. Jetzt ist auch der perfekte Zeitpunkt die Kniphofia zu vermehren!

Umgetopft wird im Frühjahr, kurz vor der Wachstumsphase.


Die Fackellilie schneiden

Kniphofia benötigt keinen Schönheitsschnitt. Im Frühjahr erfolgt jedoch ein Pflegeschnitt. Die Blätter werden ca. 10cm über dem Boden gekürzt. Dies hilft der Pflanze stärker durchzutreiben.

Wer keine Samen möchte, sollte die Blütenstiele nach der Blüte abschneiden. So wird die Energie für die Samenproduktion in die Blätter gesteckt.

Im Kübel hilft ein Schnitt die Kniphofia in einer überschaubaren Größe zu halten.


Fackellilie in Kübel
Raketenblumen lassen sich leicht in Kübeln halten. So genießt du mehr Mobilität, welche besonders zum Winter hilfreich ist. ​(Bild: © Martina Osmy – stock.adobe.com)

Eine Fackellilie vermehren

Wer seine Fackellilie vermehren möchte, hat drei Möglichkeiten dies zu tun: Samen, Teilung und Ausläufer bzw. Ableger.

Samen

Nach der Blüte bildet Kniphofia Samenkapseln aus. Diese sind reif, sobald sie sich durch leichtes Schütteln lösen. Bevor die selbst gesammelten Samen keimfähig sind benötigen sie eine Kältebehandlung.

Hierfür werden die Samen über den Winter im Kühlschrank aufbewahrt.

Im Frühling werden sie dann auf Anzuchterde* ausgesät. Die Samen sollten leicht in die Erde eingedrückt werden. Nun werden sie hell gestellt. Direktes Sonnenlicht sollte vermieden werden.

Über die nächsten Wochen sollte die Temperatur 20 °C betragen. Auch sollte die Anzuchterde stets feucht gehalten werden (nicht nass!).

Kniphofia keimt recht ungleichmäßig. Daher keimen die Samen in einem Zeitraum von 2 bis 6 Wochen. Auch darüber hinaus können weitere Samen keimen.

Bereits nach wenigen Monaten können die Jungpflanzen in eigene Gefäße oder den Garten gesetzt werden.

Teilung

Nach mehreren Jahren erreicht die Kniphofia beachtliche Größen. Die große Mutterpflanze kann man in mehrere Teile schneiden. Jedes Teil stellt dabei eine eigene Pflanze dar.

Je nach Größe ist es möglich die Mutterpflanze sogar zu vierteln!

Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist das Frühjahr bis zum Frühsommer.

Nach der Teilung werden die Teile in eigene Kübel gepflanzt. Die Kübel werden an einem sonnigen aber geschützten Platz bis zum nächsten Herbst gestellt. Danach können sie an ihre finalen Standorte gepflanzt werden.

Ausläufer (Stolonen) und Ableger

Besonders ältere Exemplare neigen dazu Ausläufer und Ableger auszubilden. Sobald diese eigene Blätter und Wurzeln entwickelt haben können sie vorsichtig von der Mutterpflanze getrennt werden.

Am besten eignet sich hier ein Anzuchtkasten* mit Sand oder ein Frühbeet. Da die Kniphofia gemütlich wächst kann es bis zu einem Jahr dauern, bis ein Ableger eine Größe erreicht, mit der er nach draußen gepflanzt werden kann.


Fackellilie gelb
Raketenblumen können auch in leuchtenden Farben wie gelb kultiviert werden.​ (Bild: © Hoover Studio – stock.adobe.com)

Krankheiten, Schädlinge & Pflegefehler der Fackellilie

Eine gesunde Kniphofia ist eine robuste Pflanze, welche nur selten krank oder von Schädlingen befallen wird.

Krankheiten

Mehltau

Bei Mehltau handelt es sich um eine durch Pilze verursachte Krankheit. Du erkennst sie an einem weißen, puderartigen Belag auf den Blättern. Er tritt besonders an trockenen Stellen der Blätter auf.

Wenn du Mehltau entdeckst kannst du ihn durch regelmäßiges Abduschen der Pflanze bekämpfen.

Alternativ kannst du auch ein Pilzmittel wie COMPO Duaxo Universal Pilz-frei AF* verwenden.


Schädlinge

Blattwanzen

Blattwanzen werden immer häufiger in unseren Gefilden. Sie stechen nicht nur Obst an, sondern auch Blätter. Einen Befall erkennst du an durchlöcherten Blättern.

Meistens richten Blattwanzen keinen keine großen Schäden an und suchen bereits nach kurzer Zeit einen neuen Wirt.

Die einfachste Art der Bekämpfung ist ein Abschütteln der betroffenen Pflanze in den Morgen- und Abendstunden. Klingt banal, hilft aber sehr!

Hilft dies nicht, besteht die Möglichkeit ein Pestizid wie Neudorff Spruzit Schädlingsfrei* zu verwenden. Hier sollte man bedenken, dass es besonders draußen nicht nur die Blattwanzen abtötet!

Schnecken

Besonders Nacktschnecken können ein ernstes Problem darstellen. Am effektivsten ist es die Schnecken morgens oder abends abzulesen. Wer sie abtöten möchte gibt sie nach dem Ablesen in heißes Wasser, welches Spülmittel beigemischt wurde.

Alternativ können auch Schneckenköder und Schneckenfallen* aufgestellt werden. Hier muss man sich jedoch bewusst sein, dass Schnecken in einem größeren Radius angelockt werden.

Thripse

Einen Thripsenbefall erkennt man an gepunkteten Blättern und kleinen dunklen Kotkügelchen. Diese befinden sich meistens auf der Blattunterseite.

Thripsen sind im Freien sehr schwer zu bekämpfen, zumal sie häufig mehrere Pflanzen auf einmal befallen.

Erkennst du einen Befall solltest du die Pflanze regelmäßig abspülen. Zusätzlich kannst du eine Mischung aus Spülmittel und Olivenöl nutzen, um die Blätter zu besprühen.

Hierfür gibst du einem Liter Wasser 30ml Olivenöl und ein paar Spritzer Spülmittel bei. Das Ganze wird gut vermischt und dann auf die Kniphofia gesprüht.

Hilft dies nicht kann ein Pestizid* verwendet werden. Besonders im Freien sollte man im Hinterkopf behalten, dass das Pestizid nicht nur die Thripsen abtötet.


Pflegefehler

Schwaches Wachstum im Frühjahr

Stellt sich mit dem Beginn der Wachstumsphase nur schwaches Wachstum ein, liegt dies häufig an einer Fäulnis der Rosette. Diese kommt meistens durch zu feuchte Erde.

Hast du deine Kniphofia im Kübel kultiviert solltest du sie vorsichtig in neues Substrat mit besseren Drainageeigenschaften setzen. Die nächste Zeit sollte sie an einen sonnigen Standort gestellt werden.

Wurzelfäule

Nicht nur die Rosette kann durch zu feuchte Erde Schaden nehmen. Herrscht Staunässe fangen die Wurzeln schnell an zu faulen. Auch in diesem Fall sollte die Pflanze aus ihrem aktuellen Substrat genommen werden und in ein Substrat mit besseren Drainageeigenschaften gesetzt werden.


Ich beantworte deine Fragen!

Wann blüht die Fackellilie?

Die Fackellilie blüht je nach Sorte unterschiedlich. “Ur-Sorten” (Kniphofia) blühen meistens von Juni bis September. Fackellilien-Hybride (Kniphofia-Hybride) blühen ebenfalls von Juni bis September.
Nur Zwerg-Fackellilien (Kniphofia galpinii) blühen etwas später, von August bis Oktober.

Wann schneide ich Fackellilien zurück?

Da die Blätter der Fackellilie ihren Kern schützen sollten sie nie im Herbst zurückgeschnitten werden. Über den Winter werden sie zusammengebunden. Man schneidet die Blätter der Fackellilie im Frühjahr ca. 10cm über dem Boden ab.

Ist die Fackellilie giftig?

Es gibt keine bekannten Vergiftungsfälle bei der Fackellilie. Daher ist davon auszugehen, dass die Fackellilie ungiftig ist.


Nicht verpassen!



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Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Stolo
https://de.wikipedia.org/wiki/Fackellilien
https://de.wikipedia.org/wiki/Affodillgew%C3%A4chse

Letzte Aktualisierung am 17.10.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über den Autor

Richard Schmidt

Hey, mein Name ist Richard! Ich schreibe in meiner Freizeit auf dieser Webseite über die Pflege von Zimmerpflanzen. Schon in jungen Jahren haben mich Pflanzen fasziniert. Seitdem habe ich bereits die verschiedensten Zimmerpflanzen bessen. Neben meiner Leidenschaft für Zimmerpflanzen und Bonsai bin ich ein wahrer Sneakerhead.

2 Gedanken zu „Fackellilie pflegen – Die Pflege von Kniphofia“

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