Alocasia Black Velvet pflegen – Die Pflege von Alocasia Reginula

Es gibt über 70 Alokasienarten aber nur eine Alocasia reginula “Black Velvet”! Sie gehört zu den wenigen Pflanzen mit fast schwarzen Blättern. Bei uns gilt sie als Rarität. 

Wie du deine Alocasia „Black Velvet“ pflegen kannst erfährst du in diesem Beitrag. 



Alocasia Black Velvet pflegen
(Bild: © Maritxu22 – stock.adobe.com)


Herkunft der Alocasia reginula

Die Alocasia “Black Velvet” (lat. Alocasia reginula) ist bei uns auch unter dem Namen Juwel Alocasia bekannt. Sie gehört zu der Familie der Aronstabgewächse (Araceae)

Sie wird schon länger kultiviert. Doch ihr Naturstandort war lange Zeit umstritten. Erst kürzlich hat man ein paar Exemplare im Norden von Borneo, Indonesien entdeckt. 

Dort wächst sie als Tieflandpflanze.


Aussehen und Erkennungsmerkmale

Die Black Velvet besticht mit ihren dunkelgrünen, fast schwarzen Blättern. Die silbernen Blattadern geben einen deutlichen Kontrast. Die herzförmigen Blätter haben eine helle, fast silbrige Blattunterseite. 

Sie erwecken den Eindruck, dass sie mit Samt bezogen sind. Tatsächlich fühlen sie sich aber recht rau an. 

Im Vergleich zu anderen Alokasien bleibt die Juwel Alocasia recht klein. Sie wird zwischen 30 cm und 60 cm hoch. Dabei erreicht sie eine maximale Breite von 50 cm. 

Die Blüte 

Die Alokasia reginula wird hauptsächlich wegen ihrer Blätter kultiviert. Ihre recht unscheinbare Blüte bildet sie in der Wohnung nur sehr selten aus. 

Die Knospe schiebt sich zunächst auf einem einzelnen Trieb aus der Basis der Pflanze. Öffnet sie sich kommt ein weißer bis gelblicher Kolben zum Vorschein. Der Kolben wird von einem hellgrünen Hüllblatt umschlossen. 

Das Hüllblatt läuft nach oben spitz zu. Seine Ränder wellen sich leicht. Insgesamt erinnert die Blüte von ihrer Form an eine 8. 

Da die Alokasie viel Energie der Blätter in die Blüte steckt entfernen sie viele frühzeitig. 

Ein Bild der Blühte findest du hier auf Reddit.

Die Frucht

Wurde die Blüte erfolgreich bestäubt bildet sich aus dem Kolben eine gelb-orange Beere. In dieser Beere sind die Samen der Black Velvet enthalten. 

Wie alle Teile der Pflanze enthält auch die Frucht Calciumoxalatkristalle und sollte daher nicht verzehrt werden. 


Der optimale Standort der Black Velvet

Die Alocasia Black Velvet bevorzugt einen hellen bis halbschattigen Standort. Auf direktes Sonnenlicht reagieren die Blätter schnell mit Sonnenbrand. Dieser entstellt sie schnell. 

Die optimalen Temperaturen liegen zwischen 22 °C und 27 °C. 

Manche Züchter sind der Meinung, dass sie bei Temperaturen über 27 °C sogar noch besser gedeiht und einen förmlichen Wachstumsschub hat. 

Um braune Blattspitzen zu vermeiden, muss die Luftfeuchtigkeit mindestens 40 % betragen. Besser sind Werte zwischen 50 % und 70 %. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, rate ich einen Luftbefeuchter zu nutzen. Achte besonders bei einer hohen Luftfeuchtigkeit auf Schimmelbildung in deiner Wohnung! 

Sobald die Außentemperaturen stabil zweistellig sind hast du die Möglichkeit deine Alokasie nach draußen in den Garten oder auf die Terrasse zu stellen. Wähle für dieses Vorhaben einen geschützten Standort. Um die Blätter an das Sonnenlicht zu gewöhnen, sollte dieser zunächst schattig sein. 

Danach kann sie von Tag zu Tag heller gestellt werden. Mit direktem Sonnenlicht kommt sie jedoch nicht so gut zurecht. 

Generell gesprochen machen Standortwechsel der Alocasia mehr zu schaffen als manch anderen Pflanzen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb sie oft einen schlappen Eindruck nach dem Kauf macht. 


Juwel Alocasia überwintern 

Bei der Überwinterung der Reginula gibt es nur wenig zu beachten. Der Standort kann beibehalten werden. Die Temperatur wird etwas gesenkt. Über den Winter liegt sie im besten Fall zwischen 17 °C und 22 °C. 

Durch die Heizungen ist im Winter häufig die Raumluft recht trocken. Dies kann zu braunen Blattspitzen und Blatträndern führen. Daher solltest du darauf achten, dass die Luftfeuchtigkeit nicht unter 40 % fällt. 

Während dem überwintern bracht die Zimmerpflanze weniger Wasser und Nährstoffe. Das Gießen wird also reduziert und das Düngen komplett eingestellt. 

Mit den oben beschriebenen Maßnahmen ist es recht unwahrscheinlich, dass deine Alokasie in die Winterruhe geht. In manchen Fällen tritt sie dennoch ein. Während der Winterruhe zieht sich die Pflanze in das Rhizom zurück. Dabei wirft sie alle Blätter ab. 

Im Frühjahr treibt sie aber wieder durch das Rhizom aus. Während der Winterruhe braucht sie deutlich weniger Feuchtigkeit. 

Daher sollte nur dann gegossen werden, wenn das Substrat angetrocknet ist. 


Alocasia reginula gießen 

Die Alocasia reginula braucht nicht viel Wasser. Wird sie aber gegossen bevorzugt sie es durchdringend gegossen zu werden. Das bedeutet, dass so lange gegossen wird, bis sich Wasser im Untersetzer sammelt. So hat das Wasser das gesamte Substrat erreicht. 

Nach ein paar Minuten wird das Wasser aus dem Untersetzer weggeschüttet. Da die Wurzeln empfindlich auf Nässe reagieren ist dieser Schritt unerlässlich. 

Zwischen dem Gießen sollte dem Substrat Zeit gegeben werden anzutrocknen. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.


Düngen 

Alokasien brauchen im Allgemeinen nicht viele Nährstoffe. Daher müssen sie auch nicht viel gedüngt werden. Nach dem Umtopfen reichen die Nährstoffe ein halbes bis ein Jahr lang aus. 

Danach empfehle ich das Wachstum in der Wachstumsphase von Frühling bis Herbst mit Flüssigdünger für Zimmerpflanzen* zu unterstützen. Hier reicht die halbe oder gar ein Viertel der Dosis aus. 

Diese wird alle vier bis sechs Wochen über das Gießwasser an die Pflanzen gegeben. Bilden sich nach einiger Zeit Kristalle auf der Erde rate ich dir die Erde gut durchzuspülen. 

Gieße die Pflanze ein paar Mal hintereinander durchdringend und lasse sie dann gut abtropfen. Die Kristalle sollten nun verschwunden sein. 


Substrat

Als Aufsitzerpflanze kommen die Wurzeln der Kletterpflanze am Naturstandort teils gar nicht mit dem Boden in Berührung. Daher rate ich zu einem lockeren und luftigen Substrat mit guter Drainage. 

Am besten eignet sich ein lockeres Substrat mit guter Drainage. So haben die Wurzeln genug Luft und Wasser bleibt nicht zu lange stehen. Dies beugt Wurzelfäule vor. 

Online gibt es bereits fertige Mischungen für Alokasien. Möchtest du dein eigenes Substrat mischen habe ich hier ein kleines Rezept für dich: 

Alternativ kannst du auch ein Teil Grünpflanzenerde mit einem Teil Sukkulentenerde* mischen.


Umtopfen 

Etwa alle zwei Jahre ist der Zeitpunkt gekommen deine Black Velvet umzutopfen. Am besten gelingt dies im Frühjahr ab Februar. 

Da Alokasien besser in eher engen Töpfen wachsen rate ich keinen zu großen Topf zu wählen. Auch wenn dies bedeutet, dass die Zimmerpflanze eher wieder umgetopft werden muss. 

Bei dem Umtopfen selbst gibt es nicht viel zu beachten. Lediglich bei den empfindlichen Wurzeln muss etwas vorsichtiger gearbeitet werden. 

Das Umtopfen ist immer ein guter Zeitpunkt das Substrat zu erneuern und Ableger zu gewinnen.


Schneiden 

Alocasia “Black Velvet” benötigt keinen Zierschnitt. Daher beschränkt sich das Schneiden auf das Entfernen von toten und kranken Blättern. Diese können einfach mit einer scharfen Klinge entfernt werden. 

Danach empfehle ich die Klinge und deine Hände gut zu waschen. Alle Teile der Alokasie enthalten Calciumoxalatkristalle. Diese reizen die Haut und Schleimhäute.


Alocasia Black Velvet vermehren

Wie viele Alokasien lässt auch Alocasia Reginula sich recht leicht vermehren. Für dieses Vorhaben hast du drei Möglichkeiten: die Vermehrung über Ableger, Teilung und Samen. 

Am einfachsten ist die Vermehrung durch Ableger. Im Folgenden werde ich aber alle drei Methoden erklären. 

Vermehrung durch Ableger

Die Vermehrung durch Ableger geschieht häufig von ganz allein. Während des Wachstums bilden sich immer wieder Ableger rund um das Rhizom. 

Diese können dann ganz einfach von der Mutterpflanze entfernt werden. Dabei werden die Wurzeln zur Mutterpflanze hin durchtrennt. Nutzer hierfür am besten eine scharfe und saubere Klinge. 

Ich rate auch dazu Handschuhe zu verwenden. Der Saft der Alokasie enthält Calciumoxalatkristalle. 

Nachdem die Ableger von der Mutterpflanze getrennt wurden, werden sie in eigene Töpfe mit dem gleichen Substrat wie das der Mutterpflanze gesetzt. Von der Pflege unterscheiden sich Ableger und Mutterpflanze nicht. 

Vermehrung durch Teilung

Zwischen Frühling und Frühsommer hast du auch die Möglichkeit die Alocasia Black Velvet über eine Teilung der Rhizome zu vermehren. Damit die Teilung gelingt muss jedes der Teile über Wachstum oder einen Wachstumsknoten verfügen. 

Diese Bedingung beschränkt automatisch in wie viele Teile du das Rhizom teilen kannst. Häufig lasst es sich in zwei bis drei Teile teilen. 

Nach der Teilung werden die Rhizome in das gleiche Substrat gesetzt, welches auch bei der Mutterpflanze verwendet wurde. Danach werden sie an einen warmen Ort mit indirektem Sonnenlicht gestellt. 

Sie müssen gleichmäßig feucht gehalten werden. Eine leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit erhöht die Erfolgsaussichten. 

Sobald Wachstum zu erkennen ist, kannst du sie normal gießen. 

Vermehrung durch Samen

Bei der Vermehrung durch Samen ist die Frische der Samen der entscheidende Faktor. Besonders, wenn sie weite Transportwege haben sind sie häufig schon zu alt. Das mindert die Erfolgschancen deutlich. 

Um die Keimung optimal vorzubereiten, kannst du die Samen einen Tag lang in heißes Wasser geben. So können sie sich mit diesem vollsaugen. Länger als 24 Stunden sollten sie sich jedoch nicht im Wasser befinden. 

Danach werden sie auf Anzuchterde verteilt und leicht mit dieser bedeckt. Als Nächstes wird die Erde angefeuchtet. Dies muss regelmäßig geschehen damit die Erde nicht komplett austrocknet. 

Um für optimale Keimbedingungen zu sorgen, sollte eine Bodentemperatur von 18 °C bis 24 °C erreicht und gehalten werden. 

Nach bis zu 90 Tagen keimen die Samen (die ersten Samen keimen bereits nach ein bis zwei Wochen). Sobald Jungpflanzen zu erkennen sind, wird der Behälter an einen hellen Ort mit indirektem Sonnenlicht gestellt. 

Sobald die Jungpflanzen zwischen 5 cm und 10 cm groß sind, werden sie in eigene Töpfe gepflanzt. Von ihrer Pflege unterscheiden sie sich nun nicht mehr von einem ausgewachsenem Exemplar. 


Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler


Krankheiten

Black Velvet ist bei uns fast nie von Krankheiten betroffen. 


Schädlinge 

Die meisten der gängigen Schädlinge haben kein großes Interesse an der Alokasie. Lediglich Schildläuse und Spinnmilben befallen sie. Häufig in den Wintermonaten. Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit kann einen Befall vorbeugen. 

Schildläuse sitzen besonders unter den Blättern und an den Blattstielen. Sie sind als kleine braune Flecken erkennbar. 

Ein leichter Befall kann per Hand behoben werden. Streiche hierfür die Schildläuse einfach mit einem in Alkohol getränktem Tuch ab. 

Ist der Befall größer rate ich zu einem geeigneten Pestizid* zu greifen.

Spinnmilben hingegen sind gut an ihren netzartigen Gebilden unter den Blättern und in den Blattachseln zu erkennen. Häufig reicht es aus die Alokasie in regelmäßigen Abständen abzubrausen.

Ist dies nicht der Fall kannst du Raubmilben* oder ein Pflanzenschutzmittel* verwenden. 


Pflegefehler 

Häufig sind Fehler in der Pflege die Ursache, wenn deine Black Velvet einen kränklichen Eindruck macht. Die häufigsten Pflegefehler und ihre Lösungen habe ich dir hier zusammengefasst! 

Braune Blattränder

Werden die Blattränder braun liegt dies an einer zu geringen Luftfeuchtigkeit. Die Luftfeuchtigkeit sollte mindestens 40 % betragen. Am einfachsten lässt sie sich mit einem Luftbefeuchter regulieren. 

Braune Blattspitzen 

Braune Blattspitzen können verschiedene Ursachen haben. Zum einen kann die Alokasie überdüngt sein. Ein weiterer Grund ist Wassermangel. Zuletzt kann auch die Luftfeuchtigkeit zu gering sein. 

Braune Flecken

Bekommen die Blätter braune Flecken ist dies in den meisten Fällen Sonnenbrand durch direkte Sonne. Weitere Ursachen können Schädlinge und Krankheiten sein. 

Gelbe Flecken 

Neben braunen Flecken können gelbe Flecken auftreten. Ihre Ursache kann unregelmäßiges Gießen oder zu viel Wasser sein. Zudem kann es auch ein Anzeichen von Wurzelfäule sein.

Helle Blätter 

Besonders junge Blätter sind heller gefärbt. Das ist kein Grund zur Sorge, sie dunkeln mit der Zeit nach. Werden ältere Blätter hell kann dies an zu viel Sonne oder an zu wenigen Nährstoffen liegen.

Hängende Blätter 

Hängende Blätter sind eine typische Stressreaktion, welche nach einem Standortwechsel auftritt. Auch ein falscher Standort kann zu hängendem Laub führen. Ein weiterer Grund sind unzureichende Wasserreserven. Dies kannst du einfach durch regelmäßiges Gießen lösen. 

Blattverlust 

In manchen Fällen wirft die Alokasie nach einem Standortwechsel auch die Blätter ab. Auch kann es sich um einen fortgeschrittenen Wassermangel handeln. 

Werden die Blätter im Winter abgeworfen kann es auch sein, dass die Alokasie in die Winterruhe gegangen ist. Sie treibt dann im Frühjahr erneut durch ihr Rhizom aus. 


Ich beantworte deine Fragen! 

Wieso verliert die Alocasia Black Velvet ihre Blätter? 

Der Blattverlust bei der Alocasia Black Velvet hat drei Ursachen. Eine ist die Stressreaktion nach einem Standortwechsel. Eine weitere Ursache ist zu wenig Wasser. 
Werden die Blätter im Winter abgeworfen ist es ein Zeichen dafür, dass die Alokasie Winterruhe hält. Sie zieht sich dann über die kalte Jahreszeit in ihr Rhizom zurück. Im Frühjahr treibt sie aus diesem erneut aus.

Ist die Alocasia Black Velvet giftig? 

Ja, alle Teile der Alocasia Black Velvet sind giftig. Sie enthalten Calciumoxalatkristalle welche die Haut und Schleimhaut reizen. Werden sie verzehrt können sie Organe wie die Niere schädigen. 


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Quellen

smartgardenguide.com 
plantophiles.com
terrariumtribe.com

Letzte Aktualisierung am 28.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über den Autor

Richard Schmidt

Hey, mein Name ist Richard! Ich schreibe in meiner Freizeit auf dieser Webseite über die Pflege von Zimmerpflanzen. Schon in jungen Jahren haben mich Pflanzen fasziniert. Seitdem habe ich bereits die verschiedensten Zimmerpflanzen bessen. Neben meiner Leidenschaft für Zimmerpflanzen und Bonsai bin ich ein wahrer Sneakerhead.

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